09.12.2012, 12:17

EU warnt Italien vor Abrücken vom Sparkurs

Bild: EPA (JULIEN WARNAND)

Schuldenkrise. Jüngste Regierungskrise darf Italien nicht zum Aufweichen des Sparprogramms nutzen. Die relative Ruhe bedeute nicht dass Schuldenkrise überwunden sei.

Rom/Brüssel. EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso hat Italien angesichts der jüngsten Regierungskrise vor einem Abrücken vom Sparkurs gewarnt. "Die kommenden Wahlen dürfen nicht als Vorwand dienen, um die Unerlässlichkeit dieser Maßnahmen infrage zu stellen", sagte Barroso in einem am Sonntag veröffentlichten Interview der Zeitung "Il Sole 24 Ore". Die relative Ruhe an den Finanzmärkten bedeute keineswegs, dass die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone die Schuldenkrise überwunden habe. Italien müsse an seinen Reformen festhalten.

Ministerpräsident Mario Monti hatte am Samstag überraschend angekündigt, unmittelbar nach Verabschiedung des Haushalts für 2013 abzutreten und damit den Weg für vorgezogene Wahlen Anfang kommenden Jahres freizumachen. Zugleich schürte er damit Spekulationen, dass er selbst bei der Wahl antreten könnte.

Bei Vertrauensabstimmungen im Parlament hatte die Mitte-Rechts-Partei von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi zuvor der Expertenregierung des parteilosen Monti die Unterstützung versagt. Damit deutet alles auf eine Wahl schon im Februar hin, einige Wochen vor dem eigentlichen Ablauf von Montis Amtszeit im April und rund einen Monat vor dem ursprünglich erwarteten Wahltermin. Berlusconi kündigte inzwischen an, zum fünften Mal Regierungschef werden zu wollen. Der 76-Jährige hatte im vergangenen Jahr den Posten unter dem Druck wachsender wirtschaftlicher Probleme des Landes geräumt.

 

(APA/Reuters)

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

14:37

Ticker zum Absturz des Germanwings-Fluges 4U-9525 – Copilot als Jugendlicher häufig in Unglücksregion + Video

14:18

"Die EZB hält den Schlüssel für den Grexit in der Hand"

13:23

Deutsche Pkw-Maut – Die Reaktion der Nachbarländer

Mehr auf wirtschaftsblatt.at

    Mehr aus dem Web

    WERBUNG

    Kommentare

    1 Kommentare

    Verbleibende Zeichen: 1500

    die relative Ruhe wurde doch beschlossen um etwas Ruhe vor der Wahl zu haben. man muß sich vor der Wahl aufstellen, Preise kassieren, sich Loben lassen, um nach der Wahl vollkommen überrascht zu sein.

    verfasst am 10.12.2012, 08:37

    10:23

    Griechenland: Neue Finanzlücke in Milliardenhöhe

    Die Finanzlage Griechenlands hat sich einem Magazinbericht zufolge weiter verschlechtert. Entgegen ursprünglichen Erwartungen rechneten die Institutionen der früheren Troika inzwischen für das laufende Jahr nicht mehr mit einem Überschuss im Staatshaushalt ohne Berücksichtigung von Zinszahlungen, berichtete der "Spiegel".

    08:52

    Tengelmann/Edeka-Fusion droht zu scheitern

    Die umstrittene Fusion der Supermarktketten von Edeka und Tengelmann droht einem Medienbericht zufolge zu scheitern.

    08:37

    Fitch stuft Griechenland mitten im Zittern um neue Hilfen herab

    Die Ratingagentur Fitch hat die Bonitätsnote des pleitebedrohten Euro-Staates Griechenland herabgestuft. Die Kreditwürdigkeit werde nun mit CCC benotet, teilte Fitch am Freitag mit.

    27.03.2015, 20:21

    Griechenland: Reformliste fertig - Griechen reisen nach Brüssel

    Die griechische Regierung hat ihre Reformliste fertiggestellt und bringt sie noch heute zur Überprüfung nach Brüssel. Die Zeit drängt: Spätestens Mitte April ist die Regierung zahlungsunfähig, wenn nicht die zugesagten Hilfsgelder fließen.

    27.03.2015, 16:00

    Papenburger Meyer Werft vor Milliardenabschluss + Video

    Gerade hat der Kreuzfahrtriese Anthem of the Seas die Meyer-Werft verlassen, da überrascht das Unternehmen mit einer Absichtserklärung über vier weitere Kreuzfahrtschiffe.

    Umfrage

    • Sollen E-Zigaretten aus Nichtraucherlokalen & öffentlichen Gebäuden verbannt werden?
    • Ja, defintiv.
    • Nein - Dampfen ist nicht Rauchen.
    • Weiß nicht.

    Die Redaktion empfiehlt