22.12.2012, 08:02

IWF sorgt sich um Frankreichs Defizit

Präsident Francois Hollande / Bild: EPA (THIERRY ROGE)

Sollte die französische Wirtschaft schwächer wachsen als erwartet, müsse die Regierung in Paris nach Ansicht mehrerer IWF-Direktoren gegensteuern.

Paris. Frankreich sollte nach Einschätzung mehrerer Direktoren des Internationalen Währungsfonds (IWF) im Falle einer anhaltenden Wachstumsflaute seinen Sparkurs verschärfen. Um Vertrauen und Glaubwürdigkeit zu wahren, müsse die französische Regierung im nächsten Jahr auf jeden Fall das Defizitziel von drei Prozent erreichen, teilte der IWF am Freitag nach Beratungen des Führungsausschusses in Washington mit.

   Sollte die französische Wirtschaft schwächer wachsen als erwartet, müsse die Regierung in Paris nach Ansicht mehrerer IWF-Direktoren gegensteuern. Einige Mitglieder des Boards hätten sich während der Sitzung aber auch gegen eine Verschärfung des Sparkurses ausgesprochen, weil dies das Wachstum nur noch weiter abwürgen würde.

   Die französische Wirtschaft wird nach Einschätzung des Statistikamts in diesem Jahr kaum wachsen. Für 2012 ist demnach lediglich mit einem Plus von 0,1 Prozent zu rechnen. Die Prognose der Behörde fällt damit schlechter aus als die offizielle Schätzung der Regierung, die ein Wachstum von 0,3 Prozent für das Gesamtjahr erwartet. 2011 war die französische Wirtschaft noch um 1,7 Prozent gewachsen.

   Der Ausblick fällt kaum besser aus. So rechnet die Statistikbehörde auch für die ersten beiden Quartale 2013 mit einem Plus von jeweils 0,1 Prozent. Damit dürfte der Druck auf die sozialistische Regierung von Präsident Francois Hollande wachsen, ihre Wachstumsprognose für 2013 von bisher 0,8 Prozent nach unten zu korrigieren. Die schwache Wirtschaftsentwicklung könnte es Hollande zudem erschweren, 2013 das Defizitziel von drei Prozent einzuhalten.

(Reuters)

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