04.01.2013, 19:20

Spanischen Banken steht ein Kahlschlag bevor

Bild: EPA (KERIM OKTEN)

Banking. Allein beim Branchenprimus Santander könnten laut Gewerkschaft bis zu 4000 Stellen gestrichen werden, insgesamt liegen 12.000 Arbeitsplätze auf der Waage.

Madrid/Santander. In Spanien gehen die Gewerkschaften für 2013 von einem ungebremsten personellen Kahlschlag bei den Banken aus. Allein beim Branchenprimus Santander dürften nach der vollständigen Übernahme der Tochter Banesto zwischen 3.000 und 4.000 Stellen gestrichen werden, erklärten Arbeitnehmervertreter am Freitag. Gespräche mit dem Institut seien für die kommende Woche geplant, sagte Gewerkschaftssekretär Jose Miguel Villa. Für das Gesamtjahr rechnen die Gewerkschaften mit dem Verlust von rund 12.000 Stellen in der Finanzbranche.

Santander hat bereits eine Streichung von Stellen angekündigt. Zu Umfang und Zeitpunkt wollte sich die Bank aber weiter nicht äußern. Das Institut hatte im vergangenen Monat erklärt, auch die noch ausstehenden Anteile an seiner 110 Jahre alten Tochter Banesto zu übernehmen. Im Zuge der Übernahme sollen 700 Filialen geschlossen werden.

Im angeschlagenen spanischen Bankensektor gehört die Sorge vor dem Arbeitsplatzverlust inzwischen zum Alltag. Allein bei Bankia fallen 6.000 Stellen weg, Tausende weitere bei anderen Instituten. Seit Mitte 2008, als sich infolge der Immobilienkrise existenzbedrohende Verluste auftürmten, sind rund 35.000 Jobs weggefallen. Spanien hat Milliardenhilfen seiner Euro-Partner für den Bankensektor erhalten, dafür aber Stellenstreichungen zugestimmt. In Spanien ist jeder Vierte arbeitslos. Im vergangenen Jahr gingen täglich im Durchschnitt 2.000 Stellen verloren.

(APA/Reuters)

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