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05.01.2013, 11:43
Berlin. Der Bau neuer Solaranlagen ist im vergangenen Jahr in Deutschland auf ein neues Rekordniveau gestiegen. Wie die Deutsche-Presse-Agentur aus Regierungskreisen in Berlin erfuhr, wurden Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 7.630 Megawatt neu installiert. Der bisherige Rekord lag bei 7.500 Megawatt im Jahr 2011.
Damit konnte der Boom - anders als von der Regierung erhofft - trotz deutlicher Förderkürzungen nicht gebremst werden. Ein Grund ist der Preisverfall bei Modulen wegen der Billig-Konkurrenz aus China. Daher profitieren deutsche Unternehmen davon nur bedingt, mehrere Unternehmen mussten bereits Insolvenz anmelden. Für die Bürger hat der Boom den Nachteil, dass er die Förderzahlungen weiter treibt. Denn die Kosten für die auf 20 Jahre garantierten Vergütungen werden per Ökostrom-Umlage auf die Strompreise der Bürger aufgeschlagen. Zudem kann der Netzausbau bisher mit dem Tempo nicht standhalten.
22.000 Megawatt Solarleistung
Der Energieexperte Holger Krawinkel von der Verbraucherzentrale Bundesverband betonte, allein in den letzten drei Jahren seien rund 22.000 Megawatt an neuer Solarleistung installiert worden. "Damit wird die schwarz-gelbe Bundesregierung als die erfolgreichste Solarregierung in die Geschichte eingehen, aber zugleich auch als diejenige mit den höchsten Strompreissteigerungen."
Zu Jahresbeginn war die Erneuerbare-Energien-Umlage von 3,59 auf knapp 5,3 Cent je Kilowattstunde geklettert, ein Grund sind die hohen Solarkosten, aber auch eine Ausweitung von Rabatten für die Industrie bei den Förderkosten spielen eine Rolle. Seit Jahresbeginn müssen die Verbraucher im Schnitt etwa zwölf Prozent mehr für Strom zahlen.
Sommerzeit ist Sonnenzeit
Im Dezember wurden neue Anlagen mit einer Leistung von 360 Megawatt gemeldet, dies reichte für den Rekord. Der stärkste Monat war der Juni mit 1790 Megawatt an installierter Leistung. Geht der Ausbau in dem Tempo der letzten drei Jahre weiter, dürfte die Förderung Ende 2015 komplett auslaufen. Denn Bund und Länder hatten im Sommer vereinbart, dass es ab einer installierten Leistung von 52.000 Megawatt keine Förderung mehr geben soll. Umweltminister Peter Altmaier (CDU) pries diese Regelung als sinnvolles Instrument, um die Bürger vor zu schnell steigenden Förderkosten zu schützen.
Derzeit sind bereits rund 32.400 Megawatt installiert. Bei voller Sonneneinstrahlung würde das theoretisch der Leistung von 23 großen Atomkraftwerken entsprechen. Allein für die Solaranlagen erwarten die Übertragungsnetzbetreiber Vergütungszahlungen für 2013 von rund zehn Milliarden Euro. Die Photovoltaik deckt in Deutschland derzeit nach Angaben der Solarbranche rund fünf Prozent des Strombedarfs. Wegen des hohen Ausbautempos werden seit Jahresbeginn nur noch 17,02 Cent je Kilowattstunde für Dachanlagen gezahlt, Betreiber von großen Solarparks bekommen nur noch 11,78 Cent je Kilowattstunden. Wenn der Ausbau so weiter geht, drohen automatisch weitere Förderkürzungen.
(APA/dpa)
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