02.02.2013, 11:36

Sparkassen hoffen auf Geldregen aus der LBBW

LBBW hat sich aus der Schieflage fast befreit / Bild: (c) WB/Jindrich Foltin

Sanierung. Die schwer von der Finanzkrise getroffene Landesbank Baden-Württemberg kann nach der Rettung 635 Millionen für Garantien und Zinsen ausschütten.

Stuttgart. Die Eigentümer der LBBW hoffen in diesem Jahr auf hohe Zahlungen von Deutschlands größter Landesbank. Insgesamt sei mit Auszahlungen von rund 635 Millionen Euro zu rechnen, sagte der Präsident des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg, Peter Schneider, am Freitag in Stuttgart. Damit sei "Licht am Ende des Tunnels" bei der Entwicklung der Bank zu erkennen, die in der Finanzkrise von ihren Eignern mit Milliarden gerettet werden musste. Für die damals gewährten Garantien werde die LBBW voraussichtlich 331 Millionen Euro für 2012 ausschütten. Hinzu kämen wahrscheinlich 304 Millionen Euro an zurückgestellten Zinsen von Stillen Einlagen der Träger - neben den baden-württembergischen Sparkassen gehört die Bank dem Land Baden-Württemberg und der Stadt Stuttgart.

Die LBBW muss als Gegenleistung für die staatliche Rettung auf Druck der EU ihre Bilanzsumme stark reduzieren und ihre Bestände an riskanten Wertpapieren abbauen. Von ehemals knapp 100 Milliarden Euro werde die Bank diesen Posten in diesem Jahr auf weniger als 25 Milliarden Euro drücken, sagte Schneider. "Das ist eine Leistung." Der reine Eigenhandel mit Wertpapieren beim Stuttgarter Institut gehe in naher Zukunft gegen Null.

Positives Ausnahmeergebnis

Auch mit dem Geschäft der 53 Sparkassen in Baden-Württemberg ist Schneider zufrieden. Dank der stabilen Wirtschaftslage im Südwesten mussten die Institute wenig Geld für Kreditausfälle zurücklegen und profitierten zudem von der guten Entwicklung von Wertpapieren. Unter dem Strich fuhren die Institute 2012 einen Gewinn von einer Milliarde Euro ein - und damit mehr als Branchenprimus Deutsche Bank. "Ein solches Ergebnis wird sicher eine absolute Ausnahme bleiben", betonte Schneider jedoch.

Das Volumen der Kundenkredite stieg 2012 um drei Prozent auf 104 Milliarden Euro - getrieben von Darlehen an mittelständische Unternehmen. Nach dem Rückzug ausländischer Banken von Firmenkrediten in der Finanzkrise 2008 seien die Sparkassen der führende Mittelstandsfinanzierer, sagte Schneider. Auch die Häuslebauer rannten den Sparkassen angesichts der niedrigen Zinsen die Türen ein. Die Wohnungsbaukredite kletterten um 4,5 Prozent auf einen Bestand von knapp 40 Milliarden Euro - der stärkste Anstieg seit zehn Jahren.

Von Fusionen unter den elf öffentlich-rechtlichen Versicherungen hält der Sparkassenverband als Eigner der Sparkassen-Versicherung wenig. "Ich beteilige mich an keinen Fusionsgesprächen", sagte Schneider. Die Eigentümerstrukturen und Verfassungen der Versicherungen seien zu unterschiedlich. Kooperationen in einzelnen Feldern wie der Informationstechnologie oder in der Sparte Lebensversicherungen seien vorzuziehen. Angestoßen hatte die Diskussion über Versicherungsfusionen die zu den Sparkassen gehörende Provinzial Nordwest, für die sich auch die Allianz interessiert haben soll.

(Reuters)

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