03.02.2013, 15:34

Deutsche Lebensversicherer stehen gut im Saft

Bild: (c) dpa/Fredrik von Erichsen

Reserven. Die finanzielle Situation der deutschen Lebensversicherungen ist nach einem Bericht des "Spiegel" besser als bisher angenommen.

Hamburg. Die sogenannten Bewertungsreserven der Unternehmen seien weitaus höher als bis jetzt bekannt, berichtete das Hamburger Nachrichtenmagazin am Sonntag vorab. Interne Zahlen von Aufsehern zeigen dem Bericht zufolge, dass sich die Bewertungsreserven bei festverzinslichen Wertpapieren seit Anfang 2011 fast verdreißigfacht hätten - von 2,7 auf 75,1 Milliarden Euro. Andere Anlageformen wie Immobilien mitgerechnet, seien die Bewertungsreserven zuletzt sogar auf 89,7 Milliarden Euro gestiegen.

Bewertungsgewinne

Bewertungsreserven entstehen, wenn eine Kapitalanlage aktuell mehr wert ist als der Preis, zu dem sie gekauft wurde. Bei Staatsanleihen, die vor Jahren erworben wurden, ist das zurzeit der Fall - weil sie deutlich höher verzinst werden, als es am Markt heute üblich ist. Die Konzerne müssen ihre Kunden an diesen Gewinnen beteiligen, wenn ihr Vertrag ausläuft. Mit einer Gesetzesänderung sollte diese Pflicht eigentlich eingeschränkt werden. Allerdings ist ein entsprechendes Gesetz heftig umstritten, der Bundesrat hat es Ende vergangenen Jahres vorerst gestoppt.

Denn Kunden, deren Verträge bald auslaufen, bekämen durch die vorerst gestoppte Neuregelung deutlich geringere Ausschüttungen als zuletzt gedacht. Aus internen Hochrechnungen, die sich ein Versicherungsvertreter eines großen Unternehmens besorgt habe, geht demnach hervor: Eine Polizze, die 2017 auslaufe, bringe es nach derzeitigem Stand nur noch auf eine Ablaufleistung von 68.000 Euro statt auf 75.000 Euro. Und ein Vertrag, der für 2026 knapp 330.000 Euro versprach, reduziere sich auf nur noch 295.500 Euro.

Auch der Bund der Versicherten (BDV) hatte das geplante Gesetz kürzlich kritisiert. Lebensversicherer hätten über Jahre hinweg mit dem Geld der Versicherten Finanzpuffer für schlechte Zeiten aufgebaut, ihre finanzielle Lage sehe sehr gut aus, erklärte die Organisation.

APA/AFP

 

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

15:42

Troika in Griechenland unerwünscht

14:03

40 Prozent der Italiener wollen aus der Eurozone austreten

13:03

Griechenland will Sparkurs beenden, auch wenn der Geldhahn zugedreht wird

Mehr auf wirtschaftsblatt.at

    Mehr aus dem Web

    WERBUNG

    Kommentare

    0 Kommentare

    Verbleibende Zeichen: 1500

    11:02

    Die Preise in der Eurozone fallen immer schneller

    Die Preise in der Euro-Zone fallen immer schneller und nähren die Furcht vor einer wirtschaftlich gefährlichen Deflation. Die Lebenshaltungskosten sanken im Januar zum Vorjahr um 0,6 Prozent, wie das Europäische Statistikamt am Freitag mitteilte.

    08:26

    EU-Kommissar schließt Fristverlängerung für Griechenland nicht aus

    EU-Kommissar Jyrki Katainen steht einer Verlängerung der Frist für die Reformen in Griechenland skeptisch gegenüber, schließt sie aber nicht aus.

    07:38

    Niederlande: Bewaffneter Mann im TV-Studio

    Ein mit einer Pistolenattrappe ausgerüsteter Mann hat am Donnerstagabend die Redaktion des niederländischen Fernsehsenders NOS gestürmt und kurzzeitig einen Angestellten als Geisel genommen.

    29.01.2015, 18:56

    "Schwarzer Rauch" bei Präsidentenwahl in Italien

    Bei der ersten Abstimmung für die Wahl eines neuen Präsidenten in Italien ist es am Donnerstagabend im Parlament in Rom zu keinem Ergebnis gekommen

    29.01.2015, 18:40

    Insolvenzverfahren für deutsche Burger King GmbH aufgehoben

    Gut zwei Monate nach der Kündigung des umstrittenen Burger King-Franchisenehmers Yi-Ko hat die in Schieflage geratene deutsche Gesellschaft Burger King GmbH ihren Insolvenzantrag zurückgezogen.

    Umfrage

    • Soll Griechenland aus der Eurozone austreten?
    • Sie haben bereits abgestimmt.