03.02.2013, 16:44

Tausende EU-Beamte verdienen mehr als Merkel

Bild: (c) APA/Helmut Fohringer

Kritik. Der deutscher Steuerzahlerbund kritisiert "unzählige und teils üppige Privilegien" in Brüssel.

Brüssel/Berlin. Wenige Tage vor dem Brüsseler Gipfel zum EU-Haushalt wird erneut Kritik an den Gehältern der Europa-Beamten laut. Nach Berechnungen der "Welt am Sonntag" verdienen Tausende Beamte sogar mehr als Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte dem "Handelsblatt": "Die Gehaltsstrukturen in Brüssel sind tatsächlich eine kritische Beleuchtung wert."
Der Bund der Steuerzahler kritisierte "die unzähligen und teils üppigen Privilegien". Verbandschef Rainer Holznagel nannte den Beamtendienst der EU den bestbezahlten in Europa. "Selbst gegenüber der deutschen Beamtenschaft leben EU-Beamte in einem Schlaraffenland", sagte er der "WamS".

Geringe Abgaben

Nach Angaben der Zeitung bezogen Mitte 2012 genau 4365 EU-Beamte mindestens die Besoldungsstufe 13 und damit in etwa das Gehaltsniveau der Kanzlerin. Ein altgedienter Beamter (verheiratet, ein Kind) habe so 16.358,80 Euro brutto im Monat verdient. Die Beamten profitierten zudem von niedrigen Steuersätzen und Sozialabgaben, die sie direkt an die EU zahlten.

Die etwa 50.000 Beamten der Europäischen Union bekommen in diesem Jahr mehr Geld, weil sich die Regierungen der 27 Mitgliedstaaten bisher nicht über Kürzungen der Bezüge einigen konnten. Eine Solidaritätssteuer in Höhe von 5,5 Prozent, die bisher von den Gehältern einbehalten wurde, lief deshalb zum Jahreswechsel aus.

Die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Staaten wollen von Donnerstag an im zweiten Anlauf den Finanzrahmen für die Jahre 2014 bis 2020 festklopfen. Es geht um rund eine Billion Euro. Ein erster Anlauf war im November gescheitert.

APA/dpa

 

(APA/dpa)

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

21:08

"Aufstand der Anständigen" gegen islamfeindliche Pegida-Bewegung in Deutschland

15:08

Prozess gegen Königsschwester belastet Ansehen von Spaniens Monarchie

14:23

Amazon-Streik geht in die zweite Woche

Mehr auf wirtschaftsblatt.at

    Mehr aus dem Web

    WERBUNG

    Kommentare

    0 Kommentare

    Verbleibende Zeichen: 1500

    14:14

    Frankreichs Präsident Francois Hollande warnt Landsleute vor Panik

    Nach zwei möglicherweise islamistischen Attacken in Frankreich hat Präsident Francois Hollande die Sicherheitskräfte des Landes zu "äußerster Wachsamkeit" aufgerufen.

    12:13

    Wo der Winter-Urlaubseuro am meisten wert ist

    In Europa ist der "Winter-Urlaubseuro" mehr, in Übersee weniger wert.

    11:09

    Drei Gründe für einen Aufschwung in Deutschland - und drei dagegen

    Die Prognosen der Experten über die Entwicklung der deutschen Wirtschaft im kommenden Jahr gehen weit auseinander: Die einen rechnen mit einem mageren Wachstum von rund einem Prozent, die anderen trauen Europas größter Volkswirtschaft ein bis zu doppelt so starkes Plus zu.

    10:42

    Durchschnittsverdienst: 3541 Euro brutto im Monat

    Ein Mix aus steigenden Löhnen und niedriger Inflation lässt die Kaufkraft der Deutschen so kräftig steigen wie seit über drei Jahren nicht mehr.

    10:39

    Bankguthaben der Schweiz schwellen an

    Die Schweizer Banken haben bei der Notenbank mehr Geld geparkt.

    Umfrage

    • Klagen und Gegenklagen in Sachen Hypo Alpe Adria - macht das Sinn?
    • Ja, man sollte nichts unversucht lassen.
    • Nein, das bringt nur noch Gerichtskosten.
    • Jetzt ist es zu spät dafür.
    • Das ganze Hypo-Desaster ist hoffnungslos.