23.02.2013, 18:26

Mailänder Defilees: Jil Sanders edle Eleganz, Versaces Punkerinnen

Bild: EPA (MARCO FATTORUSSO)

Milano Moda Donna. Blumarine mit auffälligen Capes und Minis.

Mailand. Schlicht, raffiniert und sehr modern: So soll sich die Frau im Herbst/Winter 2013/2014 anziehen - zumindest wenn es nach Jil Sander geht. Die Hamburgerin unterstrich am Samstagnachmittag bei der bis Dienstag laufenden Milano Moda Donna ihren Ruf als Königin einer puren Eleganz.

Mäntel variiert Jil Sander von sehr langen Formen bis kürzeren Modellen mit Halbarmlösungen. Kaschmir- und Angorapullis ließ sie mit grafischen Mustern bedrucken. Über den das Knie umspielenden Röcken baut sich eine sehr lang gezogene Silhouette auf. Variationen von Blau sind ein wichtiges Farbthema. Überraschend auftretende Streifendetails, zum Beispiel in Gold, setzen raffinierte Akzente.

Bei Versace wird die Frau zum Punk. Sie trägt hautenge Lackhosen, Schlauchkleider oder knackig sitzende Kilts. Die Netz-Tops sind mit Pelzstreifen besetzt, die Kostüme mit wuchtigen Nieten. Dazu gibt es in greller Leoparden-Maserung gefärbte Pelz-Paletots. Der martialische Schmuck mit stacheligen Silbernägeln und Spikes lässt keinen Zweifel daran, dass man sich mit dieser Frau besser nicht anlegen sollte.

Donatella Versace setzte ihre Kollektion in einen gesellschaftlichen Kontext: "Frauen werden immer noch benachteiligt und müssen viel Gewalt erleiden. Sie sind also gezwungen zu rebellieren und sich zu verteidigen", wird sie in der Tageszeitung "Corriere della sera" zitiert.

Gabriele Colangelo zählt zu den großen Nachwuchshoffnungen der italienischen Mode. Seine neue Kollektion besticht durch einen artifiziellen Ansatz. Persianer trifft auf PVC. Wolle läuft in Transparenz aus. Manche Flächen auf den langen Mänteln wirken wie kunstvoll zerstört.

Blumarine hingegen mischte einige auffällige Capes im Hahnentritt-Muster in die Kollektion, die sich auf wippende Miniröcke, wadenlange Seidenhosen und viele Strickelemente konzentrierte. Das Münchner Label Aigner wiederum brachte Wollkleider mit Spitzendetails und mit Pelz ummantelte Taschen auf den Laufsteg.

Das italienische Modehaus Ermanno Scervino nahm sich Stoffe wie Flanell aus der Männermode und gab ihnen mit Stickereien aus silbernen Kristallen eine weibliche Note. Ein weiteres Schlüsselelement der Kollektion ist Pelz, ob als Kopftuch, voluminöser Schal oder Minirock.

 

(APA/dpa)

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