24.02.2013, 09:42

VW bleibt braver Steuerzahler

Bild: dpa/Holger Hollemann

Steuern. Der deutsche Autokonzern ist auch nach dem Rekordgewinn nicht auf Suche nach Steueroasen.

Wolfsburg. Volkswagen ist nach den Worten seines Finanzvorstands ein bodenständiger Steuerzahler, der dem deutschen Staat zuletzt mehrere Mrd. Euro in die Kassen gespült hat. "Wir zahlen dort Steuern, wo wir wertschöpfend sind - das Gros in Deutschland", sagte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Schon im vorigen Jahr, mit noch leicht geringerem Profit, habe der Konzern fünf Mrd. Euro Ertragssteuern gezahlt, allein in Deutschland mehr als drei Milliarden.

VW wolle nicht in einen Topf geworfen werden mit Konzernen, die ihre Steuern optimieren, indem sie günstige Standorte mit eher virtuellen Aktivitäten aufsuchen. "Für Volkswagen sage ich klipp und klar: Wir haben solche Spiele nie betrieben. Good citizenship ist für uns extrem wichtig."

Volkswagen hatte am Freitag für 2012 einen Rekord-Gewinn von fast 22 Milliarden Euro ausgewiesen.

Zuletzt waren Weltkonzerne wie Starbucks, Google und Amazon in Großbritannien kritisiert worden, als bekannt wurde, dass sie durch Anwendung legaler Steuertricks und wegen der schwächeren Wirtschaft kaum Abgaben leisteten.

Gehaltsverzicht

Pötsch sagte zudem, nicht nur VW-Chef Martin Winterkorn verzichte auf einen Teil seines Gehalts. Auch er selbst verzichte für 2012 auf mehr als eine Mio. Euro. Winterkorn hatte statt 20 Mio. Euro 14,5 Millionen akzeptiert. Die Vergütung des Managements sei eine Frage der Leistung, aber auch der Akzeptanz in der Bevölkerung. "Es war wichtig für uns, zu zeigen, dass wir da genau hinschauen, genau hinhören und bereit sind, die Konsequenzen zu tragen." Ein Großkonzern wie VW, der jedes vierte Auto in Europa verkaufe, habe nur Erfolg, wenn das Führungspersonal die Sympathie der Leute wecke.

Labile Konjunktur

Der Finanzvorstand bekräftigte zudem den Ausblick des Konzerns für 2013: "Das konjunkturelle Umfeld bleibt labil. 2012 sind wir im ersten Quartal mit Rückenwind überdurchschnittlich gestartet, dieses Jahr werden wir bei Gegenwind in den ersten drei Monaten klar darunter liegen." Er sei aber zuversichtlich, dies im Rest des Jahres aufzuholen.

 

(APA/Reuters)

13:26

Deutsche Bank ist kein zweites Lehman Brothers

13:09

Rettungsplan für Deutsche Bank: "Diese Meldung ist falsch“

08:08

Globale Stimmung verdirbt Deutschen die Kauflust – ein wenig

Kommentare

1 Kommentare

Wir zahlen dort Steuern wo wir mit der 10 fachen Summe subventioniert werden !

verfasst am 24.02.2013, 10:13

07:14

Sorgenfalten: Italiens Wirtschaft beginnt zu stottern

Die italienische Regierung hat ihre Konjunkturprognosen gesenkt. Gleichzeitig wurde das Defizitziel angehoben.

07:08

Griechisches Reformpaket soll Privatisierungen in Fahrt bringen

Das griechische Parlament hat am Dienstagabend einem weiteren Reformpaket zugestimmt. Unter anderem wurde eine neue Spitze für die Privatisierungsbehörde beschlossen.

07:05

Seebeben erschüttert Rhodos

Kurz vor Mitternacht hat ein Seebeben der Stärke 5,1 am Dienstag die Ostägäis-Insel Rhodos erschüttert.

27.09.2016, 18:09

"Europa ist noch immer overbanked"

Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret plädiert in einem Vortrag vor der Bankwissenschaftlichen Gesellschaft Dienstagabend in Wien laut Redetext für eine weitere Schrumpfung des Finanzsektors.

27.09.2016, 17:30

Griechische Super-Pensionskasse vor Milliardenloch

Die griechische Super-Rentenkasse, die vom kommenden Jahr an die acht bisherigen Kassen des Landes vereinen soll, verzeichnet für 2017 voraussichtlich bereits ein Minus in Höhe von 2,9 Milliarden Euro.