31.03.2015, 12:52

Am Aktien- und Rentenmarkt entsteht gerade "die Mutter aller Blasen"

Den Börsen droht der nächste Crash - sagen so manche Experten / Bild: (c) dpa/Frank Rumpenhorst

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hat vor gravierenden Folgen der dauerhaft niedrigen Zinsen im Euroraum gewarnt.

Stuttgart. Banken, Versicherungen und Fonds gingen hohe Risiken ein. "Es wird kein Risiko mehr bepreist", sagte LBBW-Chef Hans-Jörg Vetter. Das gelte für alle Vermögensklassen. Am Aktien-und Rentenmarkt entstehe gerade "die Mutter aller Blasen", warnte Vetter.

"Ich kann Ihnen nicht sagen, wann es rumpelt, aber irgendwann rumpelt es wieder". Die größte deutsche Landesbank, die in der Bankenkrise mit Milliardenhilfen gestützt werden musste, wolle sich an solchen riskanten Geschäften nicht beteiligen und nehme lieber einen niedrigeren Gewinn in Kauf.

Da es in Deutschland und Europa zu viele Banken gebe und sich viele auf das Mittelstandsgeschäft stürzten, seien die Preise für Finanzierungen bedenklich niedrig, mahnte Vetter. Zugleich könne eine neue Generation ohne den Anreiz von Zinsen das Sparen nicht mehr lernen. "Ich fürchte, dass die mittel- und langfristigen Folgen dieser europäischen Schuldenfinanzierung uns erst nach und nach bewusst werden."

Für dieses Jahr rechnet die LBBW mit einem moderaten Gewinnanstieg. Der Geschäftsverlauf sei bisher erfreulich, sagte Vetter. "Die seit vergangenem Sommer festzustellende Tendenz einer Belebung der Kreditnachfrage hält an." Das Vorsteuerergebnis will die größte deutsche Landesbank trotz der Belastungen durch niedrige Zinsen und steigende Aufsichtskosten moderat steigern. Im vergangenen Jahr hatte das Konzernergebnis vor Steuern mit 477 Mio. Euro kaum den Vorjahreswert übertroffen.

Die Eigner der Bank - das Land Baden-Württemberg, die Stadt Stuttgart und die Sparkassen im Südwesten - können sich nach mageren Jahren auf eine kräftige Dividendensteigerung freuen. Die Bank schüttet für das vergangene Jahr 313 Mio. Euro aus, nach 72 Mio. Euro im Vorjahr. Nachdem die Bank sich nach der Krise neu aufgestellt hat, sieht Vetter keinen Bedarf an größeren Zukäufen oder Übernahmen anderer Landesbanken. "Das Thema Fusionen können Sie knicken", sagte Vetter. Auch bei Zukäufen seien allenfalls kleinere Transaktionen möglich.

(Reuters)

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Kommentare

2 Kommentare

Der gute Mann hat alle anderen Märkte vergessen aufzuzählen !

Wobei es sich nur um eine Entwertung des Geldes handelt.

verfasst am 31.03.2015, 13:23

Und dann prügelt man auch noch den EURO-Wechselkurs um 40% herunter, alles nur für die Schuldenfinenzierung und die im EURO nicht wettbewerbsfähigen Südländer.
Da ja bekannterweise der Binnenwert der Währung korreliert mit dem Außenwert sinkt die Kaufkraft der Bevölkerung durch die verteuerten Importe. Das ist der zewite Diebstahl am Volk nach der Zinssenkung auf fast Null.

verfasst am 31.03.2015, 13:15

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