22.02.2016, 10:43  von Reuters/schu

Schengen-Ende würde die EU bis 2025 bis zu 1,4 Billionen Euro kosten

Grenzkontrollen Salzburg-Freilassing / Bild: (c) APA/BARBARA GINDL

Bei einer dauerhaften Wiedereinführung von Grenzkontrollen in der EU drohen Deutschland und der gesamten Europäischen Union einer Studie zufolge massive Wohlstands- und Wachstumseinbußen.

"Allein für Deutschland wären bis zum Jahre 2025 Wachstumsverluste zu erwarten, die sich auf mindestens 77 Milliarden Euro aufsummieren", hieß es in einer am Montag veröffentlichten Untersuchung der Bertelsmann Stiftung. Unter pessimistischeren Annahmen könnten sich diese Verluste bei einem Ende des europäischen Schengen-Abkommens für einen kontrollfreien Grenzverkehr auf bis zu 235 Milliarden Euro addieren. Für die gesamte EU errechneten die Experten Einbußen bis 2025 von 470 Milliarden bis 1,4 Billionen Euro.

Hauptgrund für die Verluste wären Kosten- und Preissteigerungen durch die Wiedereinführung von Kontrollen an den europäischen Binnengrenzen, hieß es in den Berechnungen, die im Auftrag der Stiftung vom Institut Prognos erstellt wurden. Schon in einem optimistischen Szenario mit einem moderaten Anstieg der Preise für aus dem europäischen Ausland importierte Güter um lediglich ein Prozent wären die damit verbundenen Wachstumseinbußen erheblich. Für Deutschland käme es unter "konservativen Annahmen" von 2016 bis 2025 zu einem um insgesamt 77 Milliarden Euro geringeren Wachstum. Frankreich würden 80,5 Milliarden Euro entgehen.

In einem pessimistischen Szenario mit einem Anstieg der Importpreise um drei Prozent würde die deutsche Wirtschaftsleistung um 235 Milliarden Euro geringer ausfallen. In Frankreich läge das Minus bei 244 Milliarden Euro. Auch außerhalb Europas bei den großen Handelspartnern USA und China würden neue Grenzen in Europa zu Milliardenverlusten führen. Angesichts dieser Zahlen warnte der Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung, Aart De Geus: "Wenn die Schlagbäume innerhalb Europas wieder runtergehen, gerät das ohnehin schwache Wachstum in Europa noch stärker unter Druck. Am Ende zahlen alle Menschen die Rechnung."

Ende von Schengen belastet Österreich mit bis zu 43 Mrd. Euro

Das Ende von Schengen, also die Wiedereinführung innereuropäischer Grenzkontrollen, würde Österreich laut einer Studie der deutschen Prognos AG bis zu 43,2 Mrd. Euro kosten. Um diesen Betrag würde das Brutto-Inlandsprodukt geringer ausfallen, kumuliert bis zum Jahr 2025. In einem optimistischeren Szenario würden die herabgefallenen Grenzbalken in dem Zeitraum "nur" 14,2 Mrd. Euro ausmachen.

Für die Studie wurden zwei Szenarien errechnet: In einem optimistischen Szenario steigen die Preise für aus dem europäischen Ausland importierte Güter um lediglich ein Prozent. In der pessimistischen Variante beträgt der Preisanstieg drei Prozent.

Im optimistischen Szenario wird für Österreich ein jährliches Minus vom Basis-BIP-Wachstum von -0,05 Prozentpunkten errechnet, der kumulierte Effekt auf die Wirtschaftsleistung liegt bei 14,2 Mrd. Euro. Im pessimistischen Szenario beträgt der jährliche Wachstumverlust gegenüber dem Referenz-Szenario schon -0,14 Prozentpunkte, der kumulierte BIP-Effekt (bis 2025) läge bei 43,2 Mrd. Euro.

Die Studie der Prognos AG wurde im Auftrag der Bertelsmann Stiftung erstellt. Österreich wäre laut der Studie unter den besonders betroffenen Ländern, zu denen auch Großbritannien und Frankreich gehörten. In Osteuropa würde insbesondere Polen deutliche Folgen für die Wirtschaft durch die Grenzkontrollen zu spüren bekommen. Auch auf die beiden größten außereuropäische Volkswirtschaften, die USA und China, hätte eine Wiedereinführung von Personenkontrollen an den EU-Binnengrenzen indirekte, aber spürbare Auswirkungen. Bei einem Anstieg der Importpreise um drei Prozent lägen die kumulierten Wachstumseinbußen in beiden Ländern bei rund 280 Milliarden Euro.

26.08.2016, 22:00

Stada-Aktionäre lassen Vorstands-Vergütungsregeln durchfallen

26.08.2016, 21:20

Türkei-EU - Hahn skeptisch: Visafreiheit nur "theoretisch möglich"

26.08.2016, 18:45

Eine Käserei in Camembert trotzt dem Großkonzern

Kommentare

1 Kommentare

alpenplitz meint

was für ein Blödsinn ! 1,4 Billionen - und wenn diese,jetzt,ersparnis tatsächlich im laufe der jahre stattgefunden haben sollte, müsste die EUwirtschaft glänzen wie ein lupenreiner Diamant - tut sie aber nicht,sondern wird immer schwächer.
die Zeitungen werden von Lobbyisten bezahlt um diesen müll zu schreiben, sonst nix !!

verfasst am 22.02.2016, 14:45

26.08.2016, 15:16

Frankreichs Oberstes Verwaltungsgericht setzt Burkini-Verbot aus

Frankreichs Oberstes Verwaltungsgericht hat die umstrittenen Burkini-Verbote an französischen Stränden für unrechtmäßig erklärt.

26.08.2016, 15:12

Einkaufszentrum in Schweinfurt geräumt - Kein Verdächtiger gefunden

Wegen einer verdächtigen Person ist das Einkaufszentrum Stadtgalerie in Schweinfurt von der Polizei geräumt worden.

26.08.2016, 13:22

Firmen-Kreditvergabe im Euro-Raum mit größtem Plus seit 5 Jahren

Die Geldschwemme der Europäischen Zentralbank (EZB) erreicht zunehmend die Unternehmen. Im Juli gaben Banken 1,9 Prozent mehr Kredite an nicht zur Finanzbranche zählende Firmen aus als ein Jahr zuvor.

26.08.2016, 11:47

Ifo-Exporterwartungen sinken besonders in Autoindustrie

Die deutsche Industrie rechnet mit weniger Aufträgen aus dem Ausland.

26.08.2016, 11:19

Türkei-Autobomben-Attacke: 11 Tote und 87 Verletzte

Bei einem Autobombenanschlag im Südosten der Türkei sind am Freitag nach amtlichen Angaben mindestens 11 Menschen getötet worden. Mediziner berichteten zudem von 87 Verletzten.