08.03.2016, 18:13

Ex-Thyssenkrupp-Chef erfuhr von "seinem" Schienenkartell "aus der Presse"

Ekkehard Schulz hat "zu keiner Zeit" etwas von Absprachen mitbekommen / Bild: (c) dpa (A2902 Achim Scheidemann)

Im Prozess gegen ehemalige ThyssenKrupp-Manager, denen die Beteiligung an einem Schienen-Kartell vorgeworfen wird, verteidigt sich Ex-ThyssenKrupp-Chef Ekkehard Schulz: Er habe "zu keiner Zeit" etwas von Absprachen mitbekommen. "Ich habe darüber erstmals aus der Presse nach meinen Ausscheiden im Jahr 2011 erfahren."

Der ehemalige ThyssenKrupp-Chef Ekkehard Schulz hat nach eigenen Angaben in seiner Zeit an der Konzernspitze nichts über eine Beteiligung am Schienenkartell gewusst. "Ich habe darüber erstmals aus der Presse nach meinen Ausscheiden im Jahr 2011 erfahren", betonte Schulz am Mittwoch vor dem Landgericht Bochum. Dort sagte der ehemals mächtige Industriekapitän als Zeuge im Prozess um das Kartell aus.

Er habe "zu keiner Zeit" etwas von Absprachen mitbekommen. Auch von einer Untersuchung im Jahr 2006, in der Anwälte eine Konzernsparte nach möglichen illegalen Absprachen durchkämmten, habe er keine Kenntnis gehabt, sagte der 74-jährige Pensionist.

Vor dem Landgericht Bochum müssen sich noch zwei ehemalige ThyssenKrupp-Manager verantworten. Der Prozess hatte im vergangenen September mit ursprünglich sieben Angeklagten begonnen, doch wurden die Verfahren gegen fünf Manager bereits gegen Geldauflagen eingestellt. In dem Prozess geht es um verbotene Preisabsprachen bei der Lieferung von Schienen.

An dem im Jahr 2011 aufgeflogenen Kartell war auch der österreichische Stahlkonzern voestalpine beteiligt, ein erstes Verfahren gegen Voest-Manager war gegen Zahlung von Geldauflagen eingestellt worden. ThyssenKrupp kam die Teilnahme an dem Schienenkartell teuer zu stehen. Unter anderem musste der Konzern Bußgelder in Höhe von 191 Mio. Euro zahlen.

Schulz hatte bei Thyssenkrupp nach zwölf Jahren an der Spitze im Jänner 2011 seinen Posten abgegeben, Nachfolger wurde der ehemalige Siemens-Manager Heinrich Hiesinger. Ende 2011 räumte Schulz auch seinen Sitz im Aufsichtsrat. Unter der Führung von Schulz waren die Kosten für neue Thyssenkrupp-Stahlwerke in Übersee explodiert, sie rissen den Konzern fast in den Abgrund. Ende 2012 musste dann auch Stahlvorstand Edwin Eichler den Hut nehmen.

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Kommentare

1 Kommentare

alpenplitz meint

stellen die sich so blöd ??
unfassbar !! diese industriemafia

verfasst am 09.03.2016, 11:59

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