23.09.2007, 21:18  von Andre Exner

Krentschker hat Kroatien im Griff

Bild: WB/Mayr

Mit nur vier Mitarbeitern die Marktführerschaft erobern: Dieses Kunststück ist dem Bankhaus Krentschker seit seinem Markteintritt in Kroatien vor einem Jahr gelungen.

Zagreb. Der Grund: Privatbanken waren vor dem Start der Krentschker-Niederlassung in Kroatien noch gar nicht bekannt, wie Michael Vollath, Vorstandsvorsitzender der 1923 gegründeten steirischen Bank, erzählt. "Wir sind mit der Entwicklung im ersten Jahr sehr zufrieden", sagt er, "zumal wir kein bestehendes Haus gekauft haben, sondern allein von null auf hundert beschleunigen mussten."

Da die Privatbank in Kroatien ein Novum war, mussten Anfangsschwierigkeiten überwunden werden. "Die kroatische Finanzmarktaufsicht würde ich als vorsichtig protektionistisch bezeichnen", sagt Vollath, "auch die Rechtslage ist nicht immer ganz eindeutig." Trotzdem denkt die Privatbank bereits über eine Expansion in weitere Länder Südosteuropas nach. "Wir werden aber nichts überstürzen", sagt der Bankier.

Nicht nur Millionäre

Anders als die meisten Privatbanken nimmt Krentschker Kunden nicht erst ab einem Kontostand von einer Million Euro, zudem gibt es neben der Vermögensverwaltung auch Finanzierungen. Vor allem Letztere sind in Kroatien beliebt, sagt Vollath: "Unsere Zielgruppe sind Freiberufler, die wir vom Berufsstart über den Vermögensaufbau in die Veranlagung begleiten."

Kroaten, die viel Geld auf der hohen Kante haben, wählen oft die Krentschker-Filialen in Graz und Wien und nicht die in Zagreb: Das Vertrauen in das eigene Bankwesen ist noch gering.

Hohe Renditewünsche

Die Renditeerwartungen sind weit höher als in Österreich. "Mit acht Prozent Rendite lockt man in Kroatien niemand hinter dem Ofen hervor", sagt Vollath. Denn wer in Kroatien in den letzten Jahren in Immobilien oder Aktien investiert hat, konnte satte Gewinne einfahren. So hat etwa der Zagreber Aktienmarkt einen Höhenflug hinter sich, der Wien in den Schatten stellt: In fünf Jahren gab es 350 Prozent plus. Auch heuer legte der kroatische Index trotz weltweiter Börsekrise 50 Prozent zu. Für kroatische Kunden hat Krentschker einen eigenen Südosteuropa-Aktienfonds kreiert, in den auch Österreicher investieren können. (ex)

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