11.11.2010, 19:03  von Micaela Taroni

Italienische Autozulieferer zieht es nach Russland

Bild: beigestellt

Die italienische Autoindustrie investiert massiv in Russland: Zulieferer Magneti Marelli errichtete gerade ein neues Werk dort, Reifenhersteller Pirelli hat eines in Planung.

Rom. Die italienischen Autozulieferer setzen ganz auf Russland. Der Komponentenbauer Magneti Marelli hat gestern in Russland eine neue Fabrik eingeweiht, in der Scheinwerfer für Autos hergestellt werden. Die neue Produktionsanlage wurde in Rjasan, 200 Kilometer südöstlich von Moskau, in einem für die russische Autoindustrie strategischen Gebiet errichtet.
Die Fabrik, die bis zu 200 Arbeiter beschäftigen wird, soll bis zu 2,5 Millionen Scheinwerfer pro Jahr herstellen. Sie sollen sowohl russischen Autobauern wie Avtovaz und Sollers als auch in Russland präsenten internationalen Gruppen wie Renault, Volkswagen und Ford geliefert werden.

Außerdem wird die neue Produktionsanlage der Partnerschaft Magneti Marellis mit Fiat in Russland dienen. „Mit unserer neuen Produktionsanlage wollen wir der zunehmenden Nachfrage des russischen Automarkts nach Komponenten hoher Qualität entgegenkommen", betonte der Geschäftsführer von Magneti Marelli, Eugenio Razelli.

Razelli ist bezüglich des russischen Automarkts optimistisch. 2010 sei mit 14 Prozent Zuwachs gegenüber dem Krisenjahr 2009 zu rechnen. Bis 2015 soll die Autoproduktion in Russland die Zwei-Millionen-Grenze übertreffen.

Auch Reifenhersteller Pirelli setzt daher auf Russland. Bis 2015 wird der Mailänder Konzern 200 Millionen € im Land investieren. „Bis Ende dieses Jahres werden wir entscheiden, ob wir in Russland eine Produktionsanlage kaufen oder ob wir sie selber mit dem Partner Rostechnologii bauen werden", sagt Pirelli-Chef Marco Tronchetti Provera. Pirelli und das Staatsunternehmen Rostechnologii halten jeweils einen 50-Prozent-Anteil an einem Joint Venture, das Reifen unter der Marke Pirelli in Russland produziert.

Zudem will Pirelli in ­Russland Dieselpartikelfilter ­produzieren. Diese seien ein Produkt der Zukunft, sagt der Unternehmenschef. Das Geschäft mit Partikelfiltern wird auch in Rumänien betrieben.

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