28.02.2012, 00:36  von Agenturen, Simone Brunner

Stimmung in Tschechien und Ungarn hellt sich auf

Bild: colourbox

Tschechien/Ungarn. Das Unternehmensklima in beiden Ländern hellt sich wieder leicht auf. Indess verschärft Moody's die Kritik an Ungarns Sparpolitik

Budapest/Prag. Ein Silberstreif am Horizont für die Wirtschaft in Ungarn und Tschechien: Nachdem zuletzt infolge der Eurokrise die Konjunkturprognosen stark zurückgenommen wurden (das WirtschaftsBlatt berichtete), hellt sich das Unternehmensklima in beiden Ländern wieder leicht auf.

In Tschechien ist das Vertrauen in die heimische Wirtschaft im Februar gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,8 Prozent gestiegen. Vor allem Unternehmen in der Industrie und in ausgewählten Dienstleistungen haben zuletzt wieder vermehrt Vertrauen in die Wirtschaft gefasst, wie das tschechische Statistikamt dieser Tage mitteilte. Abstriche in puncto Zuversicht setzte es indes im Handel, unverändert bleibt die Stimmung im Bausektor.

Fünf-Monats-Hoch

Verhaltener Optimismus regt sich derweil unter ungarischen Unternehmen. Nach Angaben des Budapester Forschungsinstituts GKI ist der Stimmungsindex der ungarischen Wirtschaft im Februar auf ein Fünf-Monats-Hoch gestiegen. Wenngleich "hoch" nicht gleich "gut" bedeutet: Noch im Jänner war der Index auf ein Zwei-Jahres-Tief gefallen. Mit einem Minus von 22,5 Punkten gegenüber minus 26,8 Punkten im Jänner blicken die Ungarn aber nun nicht mehr ganz so pessimistisch in die Zukunft wie noch im Monat zuvor.

Wenig erbauliche Nachrichten schickt derweil die Ratingagentur Moody 's in Richtung Ungarn. Die Entscheidung der EU-Kommission, die Kohäsionsfonds für Ungarn einzufrieren, setze die Kreditwürdigkeit des Landes noch weiter herab. "Zudem werden dadurch die Verhandlungen über einen IWF-Kredit zusätzlich erschwert", wird ein Moody's-Analyst von der Agentur Bloomberg zitiert.

Eine Wachstumsstrategie suche man in den Sparplänen zudem vergeblich - das trage "erhebliche Risiken" für die ungarische Wirtschaftsentwicklung, so Moody 's.

Die stockenden Verhandlungen mit EU und IWF setzen die Landeswährung zudem weiter unter Druck. Der Forint steuerte gestern den größten Kursverlust der letzten zwei Wochen an.

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