16.01.2012, 03:32  von Eva Konzett

"Der weiße Elefant in der EU"

Bild: beigestellt

Interview. Peter Oberlechner, Partner bei Wolff Theiss, über die Trends am polnischen Immobilienmarkt.

WirtschaftsBlatt: Was ist der generelle Trend auf dem polnischen Immobilienmarkt? Bleibt der Boom, oder platzt die Blase?

Peter Oberlechner: Die Entwicklung ist positiv - wohl auch im kommenden Jahr. Polen ist mit seinen Wachstumsraten ja der weiße Elefant innerhalb der EU. Diese stabile Gesamtentwicklung bedingt natürlich auch, den Nachholbedarf, der im Immobiliensektor noch besteht, anzugehen. Wir sehen auch immer noch einen Zuzug von Investoren und Entwicklern. Eine Frage ist aber, wie sich die Schuldenkrise insgesamt entwickelt, davon ist Polen als Mitglied der EU und mit 38 Millionen Einwohnern als schwergewichtige Volkswirtschaft auch betroffen. Eine Blasenentwicklung im Immo-Bereich sehe ich nicht, einige Bläschen dürfte es aber geben.

Welche Regionen sind die Hotspots auf der Landkarte des Immobilienmarkts?

Ganz sicher Kattowitz und Umgebung mit einer Bevölkerung von 2,6 Millionen Menschen, auch der Raum Warschau. Es wird natürlich nicht quer durchs Land fröhlich gebaut und entwickelt, die Entwickler konzentrieren sich auch auf die Ballungsräume. Vor allem in den ländlichen Gebieten schrumpft die Bevölkerung, und die Wirtschaft stagniert. Es gibt in ganz Polen einen jährlichen Bedarf an ca. 180.000 neuen Wohneinheiten, ein Viertel davon entfällt alleine auf Warschau.

Was gibt es Neues in rechtlichen Belangen?

Ende April 2012 wird ein neues Developer-Gesetz in Kraft treten, das - wie unser Bauträgervertragsgesetz -den Schutz von Rechten von Eigenheimerwerbern bezweckt. Generell ist die Rechtssicherheit in Polen sehr hoch, ein Problem sind die langwierigen Gerichtsverfahren.

 

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