17.08.2012, 18:42  von Beatrice Bösiger

Straflager für Pussy Riot

Nadeschda Tolokonnikova, Maria Aljokhina und Jekaterina Samutsewitsch müssen ins Straflager / Bild: (c) EPA (MAXIM SHIPENKOV)

Mehr als hundert Zuseher fanden sich heute Nachmittag vor einem Moskauer Bezirksgericht zur Urteilsverkündung gegen die Künstlergruppe Pussy Riot ein.

Jeweils für zwei Jahre müssen die drei Punk-Künstlerinnen der Gruppe Pussy Riot, Nadeschda Tolokonnikova, Maria Aljokhina und Jekaterina Samutsewitsch ins Straflager, wobei ihnen die Untersuchungshaft von rund fünf Monaten angerechnet wird.

Bis zur Urteilsverkündung wurde die Geduld der Angeklagten und der Zuhörer im und vor dem Gericht auf eine harte Probe gestellt: Fast drei Stunden dauerte die Verlesung des Urteils durch Richterin Marina Syrewa am Chamovnichesky-Bezirksgericht im Stadtzentrum Moskaus. Verurteilt wurden die drei Angeklagten wegen "Rowdytum aus religiösem Hass". So wurde ihre Performance im Februar in der Moskauer Christi-Erlöser-Kathedrale interpretiert.

Mit dem Urteil blieb das Gericht unter der gesetzlich möglichen Höchststrafe von sieben Jahren, die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre gefordert. Nach der Verlesung des Urteiles kündigte Mark Feigin, einer der Anwälte der drei Angeklagten, an, das Urteil anzufechten, notfalls auch vor dem Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg.

Schon einige Stunden vor der Urteilsverkündung versammelten sich vor dem Gericht mehrere hundert Personen - darunter Unterstützer und Gegner von Pussy Riot, sowie viele Medienvertreter.

Rund 30 Personen wurden von der Moskauer Polizei festgenommen, darunter der Ex-Schachweltmeister und Kreml-Kritiker Garri Kasparow sowie Sergei Udalzow, der Führer der Linken Front.

Schon während der Untersuchungshaft wurde der Prozess gegen die drei Frauen kritisiert. Auch nach dem Urteilsspruch gab es Kritik, unter anderem auch aus Österreich. In einer Aussendung von heute Nachmittag zeigte sich Wolfgang Waldner, Staatssekretär im österreichischen Außenministerium, enttäuscht vom hohen Strafmaß gegen die drei Angeklagten der Künstlergruppe Pussy Riot.

 

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

29.07.2014, 19:30

Russisches Kapital greift nach Hypo-Sparte

29.07.2014, 19:09

Asamer Serbien an Grazer Firma verkauft

29.07.2014, 17:41

Grünes Licht für Privatisierungen in Slowenien

Mehr auf wirtschaftsblatt.at

    Mehr aus dem Web

    WERBUNG

    Kommentare

    0 Kommentare

    Verbleibende Zeichen: 1500

    29.07.2014, 14:36

    Ukraine-Krise: Artillerieeinschläge im Zentrum von Donezk

    In der Hochburg der prorussischen Separatisten Donezk kam bei Artillerieeinschlägen ein Mensch ums Leben.

    29.07.2014, 12:11

    Serbiens Regierung legt Privatisierungsfristen fest

    Die derzeit existierenden 584 Staatsfirmen mit insgesamt 90.000 Beschäftigten in Serbien müssen demnach bis Ende 2015 einen Käufer finden, oder in Konkurs gehen.

    29.07.2014, 10:42

    Ukraine-Krise: Sanktionen kosten Russland 100 Milliarden €

    Die 28 EU-Staaten weiten in der Ukraine-Krise die Sanktionen gegen Russland aus. Und Russland muss zahlen: Die Wirtschaftssanktionen werden dem Land fast 100 Milliarden Euro kosten.

    28.07.2014, 22:49

    Polen: Verteidigung rückt in den Vordergrund

    Warschau erhöht seine Rüstungsausgaben – auch wegen der Krise in der Ukraine. Das Nato-Ziel von zwei Prozent der Wirtschaftsleistung erreicht Polen 2015.

    28.07.2014, 15:49

    Live-Ticker Ukraine: MH17 – Russland fordert Ermittlungen unter Schirmherrschaft der UNO

    Überraschend befürwortet die deutsche Industrie härtere Sanktionen gegen Moskau im Zuge der Ukraine-Krise. Und die USA legen neues Geheimdienstmaterial vor. Die wichtigsten Ereignisse im Ukraine-Konflikt vom Montag im Ticker ...

      Austrian Airlines
      von
      nach
      Hinflug
      Rückflug
      Personen

    Umfrage

    • Finanzskandal in der Bundestheater-Holding: Wie soll es mit den Theatern weitergehen?
    • Ja, wichtig für Kultur und Tourismus
    • Radikalreform mit Einsparungen
    • Zusperren, zur Touristensaison ohnehin geschlossen
    • Weiß nicht

    Die Redaktion empfiehlt