22.08.2012, 09:40  von Simone Brunner

Baugenehmigung für umstrittenen Gazprom-Tower

Lakhta Centre / Bild: Lakhta Centre

Russland. Gründes Licht für den Bau des Gazprom-Towers in St. Petersburg. Turm soll bis Ende 2017 fertig sein.

St. Petersburg. Grünes Licht für den Gazprom-Tower in St. Petersburg: Die Stadtverwaltung hat dieser Tage den Bau des so genannten "Lachta-Zentrums" in der russischen Metropole genehmigt. Bereits Ende dieses Jahres soll mit dem Bau des Projekts begonnen werden, so die Gazprom-Tochter ODZ Ochta auf ihrer Homepage. Bis Ende 2017 soll der Turm fertig sein.

Das Projekt ist vor allem aufgrund seiner Ausmaße umstritten: Am Ufer des Finnischen Meerbusens soll der Gesamtkomplex auf einer Fläche von 330.000 Quadratmetern entstehen und die Stadt mit 463 Metern überragen -und wäre somit auch trotz einer Entfernung von zehn Kilometern vom Stadtzentrum aus sichtbar. Ein Umstand, der das Vorgängerprojekt -das "Ochta-Zentrum" -bereits zu Fall gebracht hatte: Ursprünglich war geplant, den Ochta-Tower nahe der Innenstadt an der Mündung des Flusses Ochta in die Newa zu bauen. Nachdem die UNESCO mit der Aberkennung des Status als Weltkulturerbe für die Petersburger Innenstadt drohte, ruderte die Politik zurück. Unter dem damaligen Präsidenten Dimitri Medwedew wurde das Projekt schließlich im Jahr 2010 ad acta gelegt.

UNESCO bremst

Die UNESCO hatte aber erst zuletzt wieder ein mahnendes Wort in Richtung Lachta-Zentrum gerichtet: So sollen "keine endgültigen Entscheidungen" getroffen werden, solange keine gründliche Bewertung des Projektes vorgelegt werde, so die UNESCO vor einem Monat.

Dass es der Stadtverwaltung mit dem Bau des Gazprom-Towers so ernst ist, könnte aber vor allem einen Grund haben: So wurde zuletzt diskutiert, einen Teil der Stadtverwaltung in die Gazprom-City im Nordwesten der Stadt auszulagern. St. Petersburg würde damit dem Beispiel Moskaus folgen, wo Behörden zur Verkehrsberuhigung näher zu den Wohnvierteln sowie an den Stadtrand verlegt werden sollen.

Zu den Kosten des Projekts hält sich Gazprom derweil bedeckt. Das Vorgängerprojekt wurde derweil auf 65 bis 70 Milliarden Rubel (zwischen 1,6 und 1,8 Milliarden €) geschätzt.

(WirtschaftsBlatt, Print-Ausgabe, 2012-08-22)

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