09.10.2012, 15:18

Slowenische Finanztransaktionssteuer kommt 2013

Slwoeniens Finanzminister Janez Sustersic spekuliert auf Mehreinnahmen / Bild: (c) EPA/Nicolas Bouvy

Kritik. Der hohe geplante Steuersatz von 6,5 Prozent löst bereits jetzt massive Kritik aus Finanzkreisen aus.

Ljubljana. Slowenien, das die Einführung einer europaweiten Finanzsteuer unterstützt, will im kommenden Jahr zu Hause eine noch breitere Finanztransaktionssteuer einführen. Den Regierungsplänen zufolge soll ab 2013 mit der slowenischen Finanzsteuer nicht nur der Handel mit Anleihen und Aktien besteuert werden, sondern auch der Großteil aller anderen Finanzdienstleistungen. Der Steuersatz soll 6,5 Prozent betragen. Die geplante Steuer ist in Bank- und Finanzkreisen auf scharfe Kritik gestoßen.

Mit dem Satz von 6,5 Prozent, das Medienberichten zufolge bisher bereits für Versicherungsdienstleistungen galt, sollen künftig auch andere Finanzdienstleistungen besteuert werden, die von der Mehrwertsteuer ausgeschlossen sind. Demnach sollen unter anderen Provisionen bei Kreditvergabe, Kreditvermittlung oder Kreditbürgerschaften, Provisionen auf alle Bankgeschäfte wie Depositen, Zahlungen und andere Girogeschäfte besteuert werden. Darüber hinaus werden auch Provisionen auf Handel mit Aktien und Anleihen sowie Provisionen auf die Verwaltung von Investmentfonds.

Die neue Steuer soll die Finanzinstitutionen belasten, also Banken, Investmentgesellschaften und Brokerunternehmen. Die Kritiker sehen jedoch die Gefahr, dass die Steuerbelastung auf Endkunden überwälzt wird. Medienberichten zufolge können die Bürger damit rechnen, dass die Bankengeschäfte teurer werden. Die Kritik auf die geplante Steuer kommt auch aus der slowenischen Notenbank, Sie sieht die derzeit ungünstige Wirtschaftssituation als nicht geeignet an, um die Banken weiter zu belasten.

Mit der neuen Finanzsteuer sollen 2013 rund 50 Mio. Euro zusätzlich in die slowenische Haushaltskasse einfließen. Insgesamt sollen die Budgeteinnahmen im kommenden Jahr um 250 Mio. Euro allein durch Steuererhöhungen steigen. Mit den Steuererhöhungen und zusätzlichen Sparmaßnahmen im öffentlichen Dienst will die Mitte-Rechts-Regierung das Budgetdefizit im Jahr 2013 unter drei Prozent des BIP bringen. Konkret soll das Defizit im kommenden Jahr auf 2,8 bis 2,9 Prozent des BIP gesenkt werden, womit es bei einer Mrd. Euro liegen würde.

Unter Kritik geraten ist dabei auch die selektive Mehrwertsteuererhöhung, die 70 Mio. Euro in den Haushalt bringen soll. Demnach soll für bestimmte Waren und Dienstleistungen, wie Printmedien, Haustiernahrung, kommunale Dienste oder Friseurdienstleistungen, der bisher geltende ermäßigte Steuersatz von 8,5 Prozent abgeschafft und der reguläre Steuersatz von 20 Prozent eingeführt werden.

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Kommentare

1 Kommentare

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freigeld meint

Ist einmal ein Versuch, leider aber ein ungeeigneter! Warum nicht die Tobin-Tax einführen und sie NUR bei den Transaktionen einheben die der Todesstoss für unser derzeitiges Wirtschaftssystem sind, den Hochfrequenzspekulationen auf Währungen, Aktien, Anleihen, Zinsen und Derivate? Damit wären pro Jahr weltweit ca 50.000 mrd Euro zu lukrieren würde nur eine 1% Umsatzsteuer abverlangt, wo doch jede andere wirtschaftliche Transaktion uns 10 - 20% Umsatzsteuer von bereits versteuertem Geld abknöpft. Bei jedem täglichen Einkauf von Lebensmitteln haben sie Umsatzsteuern zu bezahlen, da werden sie nicht gefragt ob sie wollen oder nicht. Wenn ein Hedgefond pro Sekunde 1.000.000 Transaktionen zur Arbitrage von Zins- oder Kursdifferenzen macht, zahlt er genau gar keine Steuern, obwohl dabei viel Geld und Werte den Besitzer wechselt. Hier muss angegriffen werden. Da sollen sich die Damen und Herren Volksvertreter Gedanken machen und nicht ob man bei einer Bankbehebung auch eine Transaktionssteuer zahlen muss oder wenn man einen Versicherungsvertrag abschließt oder für die Pension anspart. Mit welchem Augenmaß wird da gearbeitet? Das sieht ja ein Blinder, dass diese vorgeschlagene Steuer hier ein Angriff auf den normalen Bürger darstellt und die Hochfinanz verschont. Wem wollen unsere Politiker/innen den Sand in die Augen streuen? Mit noch so guter Vertuschungsrhetorik wird sich das nicht verheimlichen lassen, dass sie wieder vor der Bankenlobby und der Hochfinanz eingeknickt sind.

verfasst am 16:20 09.10.2012

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