07.12.2012, 10:30  von Tamara Depolo

Coca-Cola sperrt Abfüller zu

Coca-Cola sperrt seine Mineralwasserfabrik zu / Bild: Coca Cola Hellenic

Kroatien. Die Mineralwasserfabrik "Bistra" wird zusperren. Di e Lücke könnten Römerquelle-Produkte aus Österreich füllen.

Zagreb. Der kroatische Ableger des Coca-Cola-Abfüllerkonzerns, die Coca-Cola Hellenic Bottling Company (HBC) Croatia, wird 2013 ihre einzige Mineralwasseranlage in dem Land zusperren - am Standort Gotalovac im Norden Kroatiens, an dem Mineralwasser unter der Marke "Bistra" abgefüllt wurde, gehen 21 Jobs verloren, und zwar ab Ende August 2013. Zusätzlich wird ein Teil der Leistungen der sechs eigenen Distributionszentren von Coca-Cola HBC in Kroatien ausgelagert, sodass im Logistikbereich ab März 56 Jobs gestrichen werden.

Römerquelle kommt

Bei Coca-Cola HBC in Zagreb werden die Zahlen bestätigt. Das Ende von "Bistra" wird mit der "ungünstigen Marktsituation" begründet -die Produktion sei unwirtschaftlich geworden. Die Abfüllanlage in Gotalovac sei momentan zu 20 Prozent ausgelastet. Der Druck des Platzhirschs war wohl zu groß, hinzu kam die Rezession: In Kroatien ist nämlich der größte Handelskonzern, Agrokor, Marktführer bei Mineralwasser (prickelnd und still), mit 70 Prozent Marktanteil - bei stillem Mineralwasser allein hält er 40 Prozent. Nummer zwei ist der Nahrungsmittelkonzern Podravka mit zehn Prozent des Gesamtmarkts, erst dahinter kommen "Bistra" und andere. Mit "Bistra" startete Coca-Cola im Jahr 2004. Zwar verzeichnet das Marktsegment "stilles Mineralwasser" starkes Wachstum in Kroatien, doch sind Abfüllanlagen nur mit großen Mengen wirtschaftlich zu betreiben.

Trotz des Misserfolgs will sich der Weltkonzern nicht ganz vom Wassermarkt in Kroatien zurückziehen und überlegt, statt "Bistra" dort die aus Österreich importierten Römerquelle-Produkte zu vertreiben (ebenfalls eine Coca-Cola-Marke). Seit einem Jahr werden kleine Mengen Römerquelle nach Kroatien geliefert. Der Mineralwassermarkt in Kroatien ist seit 2009 rückläufig, die Segmente stilles und aromatisiertes Wasser wachsen jedoch.

ZAHL 32.800 m³ Wasser pro Kopf/Jahr

Kroatien hat mit 32.800 m 3 Wasser pro Kopf und Jahr die drittgrößten erneuerbaren Trinkwasservorräte in Europa. 2009 wurden in Kroatien noch 327 Millionen Liter abgefülltes Wasser verkauft. Zum Vergleich: 2011 waren es 305 Millionen Liter.

(WirtschaftsBlatt, Print-Ausgabe, 2012-12-07)

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