20.12.2012, 15:29

Erste Group trennt sich von Ukraine-Tochter

Bild: (c) WB/Jindrich Foltin

Verkauf. Der Übergang der Ukraine-Tochter an die Fidobank-Eigentümer beschert der Erste Group eine deutliche Belastung der Bilanz.

Wien/Kiew. Die börsenotierte Erste Group zieht sich aus der Ukraine zurück: Die Erste Bank Ukraine wird an die Eigentümer der Fidobank um 83 Mio. Dollar (rund 64 Mio. Euro) verkauft, teilte die Bank Donnerstagnachmittag in einer Aussendung mit. Künftiger Eigentümer ist eine von Oleksandr Adarich kontrollierte Unternehmensgruppe. Das Closing der Transaktion wird im Verlauf des Jahres 2013 erwartet. Der Verkauf belaste die Bilanz im vierten Quartal mit 94 Mio. Euro vor Steuern (71 Mio. Euro nach Steuern).

Der Einstieg der Erste Group in der Ukraine hat die Bank insgesamt eine viertel Milliarde Euro gekostet. Seit Beginn der Geschäftstätigkeit im Jänner 2007 in der Ukraine bis heute habe sich ein Verlust von 250 Mio. Euro angehäuft, sagte eine Banksprecherin Donnerstagnachmittag zur APA.

Das finanzielle Schlamassel begann vor fast genau sechs Jahren: Die Erste Group hatte im Jänner 2007 die ukrainische Bank "Prestige" um 79,8 Mio. Euro gekauft. In den nächsten Jahren fanden einige Kapitalerhöhungen statt. Die Ukraine-Tochter habe auch operativ Verluste eingefahren. "Insgesamt schließen wir das Ukraine-Geschäft mit Verlust ab", sagte die Sprecherin.

"Die geplante Verkaufsentscheidung folgt der Strategie der Erste Group sich auf das Kundengeschäft im östlichen Teil der Europäischen Union zu fokussieren", so die Bank.

Die Erste Bank Ukraine beschäftigt 1.536 Mitarbeiter, die Bilanzsumme (per 30. September 2012) lag bei 758 Mio. Euro.

(APA)

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