22.12.2012, 11:06

IWF will Ungarn "Geld aufschwatzen"

Wirtschaftsminister György Matolcsy / Bild: EPA (OLIVIER HOSLET)

Ungarns Wirtschaftsminister behauptet, der Währungsfonds wolle seinem Land Geld aufschwatzen.

Budapest. Die ungarische Regierung hatte "niemals Bedarf" an einem Kredit des Internationalen Währungsfonds (IWF), wie der ungarische Minister für Nationale Wirtschaft, György Matolcsy, in der Tageszeitung "Magyar Hirlap" (Samstagsausgabe) kritisierte. Laut Matolcsy wolle der IWF Ungarn "das Geld aufschwatzen". Daraus würden sich die Meinungsunterschiede mit dem Währungsfonds ergeben, denn Ungarn benötige nur ein "Schutznetz". Über ein solches würde die Regierung gerne mit dem IWF verhandeln.

   Laut Matolcsy stünde in Ungarn eine Wachstumswende an. Die Regierung hätte die staatlichen Finanzangelegenheiten geregelt, die Staatsschulden würden verringert. Als Quellen des Wachstums nannte Matolcsy an erster Stelle die in Ungarn tätigen Autokonzerne. Das Vertrauen Ungarn gegenüber sei gewachsen, das würden die chinesischen Investitionen belegen, die seit 2010 um ein Fünffaches auf 2,5 Mrd. Euro anstiegen. Die Forint-Staatspapiere zählte Matolcsy zu den lukrativsten auf dem Weltmarkt. Aus diesem Grunde brauche die Regierung keinen IWF-Kredit.

   Die Gespräche zwischen Ungarn und dem Internationalen Währungsfonds um einen Notkredit für das verschuldete Ungarn waren auf Eis gelegt worden. Das bestätigte der zuständige ressortfreie Minister Mihaly Varga Anfang Dezember. Der rechtskonservative Ministerpräsident Viktor Orban hatte nach seinem Regierungsantritt 2010 alle Gespräche mit dem IWF abgebrochen. Ende 2011 bat jedoch die Budapester Regierung um Verhandlungen für einen Notkredit, weil das Land am Rande des Staatsbankrotts gestanden hatte. Die formellen Gespräche begannen im Juli 2012. Der IWF hatte sich in den vergangenen Monaten aus den Verhandlungen mit Ungarn zurückgezogen, weil die Regierung nicht von ihrer Politik abrückte, unter anderem die Banken mit hohen Sondersteuern zu belasten.

(APA)

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Kommentare

1 Kommentare

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Na, der Orban hat sich unbeliebt gemacht (bei wem denn?) weil er die Banken mit einer "Sondersteuer" zwecks Abbau der Staatschuldfen "besonders belasten" will. Na, da könnte ja jeder daher kommen, und von den (besonders ausländischen) Banken mehr an Steuern verlangen. Aber die haben ja, wie uns unsere in Ungarn so "erfolgreichen" eh Jahr für Jahr doch von den sagenhaften "Erträgen" alldort ganz neidig gemacht. Hat vielleicht der Orban da nachlesen lasen, in den österreichischenb Zeitungen zwischen 2005 bis 2010?
Der "rechtsnationale" Orban will die jetzt (auch) zur Kasse bitten! So geht das nicht! Da muss schon der IWF auch ganz fuchtig werden.
Man kann mit hohen Verbrauchsteuern die kleinen Leute abzocken, von den Hacklern in der Industrie durch Kündigungen oder Lohnkürzungen eine "Entlastung" verlangen - aber bei den Banken hört sich das wirklich auf. <sarcoff>
Und wenn's einer, wie Orban jetzt tut - ist natürlich gle8ich die Demokratie in Gefahr und die bisher von den Links"liberalen" verwöhnten reichlichst mit Subventionen aus Steuergeldern verwöhnten "KünstleInnen" rufen zu Demos auf...

verfasst am 18:03 25.12.2012

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