23.12.2012, 18:19

Minus 57 Grad in Russland - Bereits Dutzende Tote

Bild: EPA (SERGEI ILNITSKY)

Die längsten Dezemberfröste seit einem halben Jahrhundert lähmen das Leben in Teilen Russlands.

Moskau. Durch ungewöhnlichen vorweihnachtlichen Dauerfrost sind in Russland bisher 88 Menschen ums Leben gekommen. Die Nachrichtenagentur RIA Nowosti berichtete am Sonntag weiter, 538 Menschen seien wegen Erfrierungen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Seit Samstag gab es demnach sieben Kältetote, darunter ein Kind.

Die längsten Dezemberfröste seit einem halben Jahrhundert lähmen das Leben in Teilen Russlands. Wegen der klirrenden Temperaturen und Dutzenden Kälteopfern rief die Regierung zu Wachsamkeit auf. In der Teilrepublik Sacha in Sibirien frieren die Menschen in diesen Tagen in einigen Orten bei bis zu minus 57 Grad. Landesweit müsse der Zivilschutz seine Ausrüstung und Vorräte überprüfen, um für Notfälle bereit zu sein, forderte der zuständige Minister Wladimir Putschkow am Sonntag der Agentur Interfax zufolge.

   In der südsibirischen Teilrepublik Tuwa riefen die Behörden angesichts tagelangen Frosts von unter minus 40 Grad den Notstand aus. Die Schüler in der Region an der Grenze zur Mongolei bekamen kältefrei. Weil Leitungen einfroren, waren Tausende zeitweise ohne Strom. Trotz der "unnormalen" Wetterlage in einigen Gebieten sei die Situation "schwierig, aber stabil", sagte Putschkow.

   Landesweit sind seit Anfang Dezember bereits zahlreiche Menschen erfroren und Hunderte verletzt worden. Kritiker bemängeln, dass es für Obdachlose nicht ausreichend Notunterkünfte gebe.

   Am Baikalsee in Sibirien starben fünf Fischer in einem Gasthaus, als ein Gaszylinder explodierte. Die Männer hatten sich aufwärmen wollen. Fast täglich sterben Dutzende Menschen bei Bränden, weil wegen Verstößen gegen Sicherheitsbestimmungen Feuer ausbrechen.

   Im Gebiet Twer zwischen Moskau und St. Petersburg riefen die Behörden Raststätten dazu auf, Benzin- und Lebensmittelvorräte zu überprüfen. Erwartet wurden Temperaturen von bis zu minus 30 Grad. Moskau erlebte mit minus 22,2 Grad die bislang kälteste Nacht des Winters. Die Behörden kündigten vorsorglich an, dass bei Temperaturen ab minus 25 Grad der Grundschulunterricht ausfalle.

   Auch in der Ukraine sorgten Schnee und Eis weiter für Chaos auf den Straßen. Bislang seien landesweit mehr als 3.300 Wärmepunkte eingerichtet, in denen Frierende etwa mit heißem Tee versorgt würden, teilte das Zivilschutzministerium der Ex-Sowjetrepublik in Kiew mit.

   Auch in Lettland sind vier Menschen in der Kälte ums Leben gekommen, manche von ihnen waren alkoholisiert, berichtete die lettische Nachrichtenagentur LETA. Weitere zwölf Personen wurden in Krankenhäusern wegen Erfrierungen behandelt

(APA)

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

06:31

Oligarchie: Der Kreml darf sich Bashneft einverleiben

06:30

Präsidentschaftswahlen: Lange Schatten über Bukarest

06:29

Gasstreit zwischen Russland und Ukraine beigelegt

Mehr auf wirtschaftsblatt.at

    Mehr aus dem Web

    WERBUNG

    Kommentare

    0 Kommentare

    Verbleibende Zeichen: 1500

    30.10.2014, 15:57

    Ukraine: Wirtschaft bricht um 5,1 Prozent ein

    Vor 2016 wird die ukrainische Wirtschaft kaum wachsen, erwartet die Weltbank. Auch politisch ist alles unsicher.

    30.10.2014, 07:08

    Gaspreis: Russen ringen um Gegensanktionen

    Im Kreml kursiert eine Liste mit Schritten, auf westliche Sanktionen zu antworten. Sie soll von Rosneft kommen – der Konzern wehrt sich aber gegen die Veröffentlichung.

    28.10.2014, 15:38

    Quo vadis, Ungarn?

    Die Internetsteuer erzürnt die Bürger, der autoritäre Kurs der Orban-Regierung stößt Verbündeten vor den Kopf und der Parlamentschef denkt über den EU-Austritt nach.

    28.10.2014, 07:31

    Frankfurt weiß nicht, „wie stark Tschechien, die Slowakei und Polen schon sind“

    Erste Group-Chef Andreas Treichl erklärt unterschiedliche Zahlen zwischen Banken und EZB auch mit differierenden Annahmen über Märkte.

    27.10.2014, 13:21

    Pro-europäische Parteien bei Ukraine-Wahl deutlich vorn + Video

    Bei der Parlamentswahl in der Ukraine zeichnet sich ein deutlicher Sieg der pro-europäischen Kräfte ab. Aber auch pro-russische Partei im Parlament vertreten.

      Austrian Airlines
      von
      nach
      Hinflug
      Rückflug
      Personen

    Umfrage

    • Wie stehen Sie zu dem Handelsabkommen TTIP?
    • TTIP sollte abgeschlossen werden
    • Zustimmung nur nach Entschärfung riskanter Punkte
    • Generell dagegen