26.12.2012, 23:14  von Sissi Eigruber

Höhere Steuer für Firmen und Arbeitnehmer

Ernst Baumann / Bild: WB/Günther Peroutka

Osteuropa. Blieben die Steuersätze 2012 noch weitgehend ­unangetastet, ist diese Hemmschwelle inzwischen gefallen: 2013 stehen mehrere Abgabenerhöhungen bevor.

Wien. „Die Sätze für die Körperschaftssteuer gehen eher nach oben", beschreibt Ernst Baumann, Geschäftsführer
der Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young Austria, die Aussichten für 2013 in Zentral- und Osteuropa. Spitzenreiter bei den Steuererhöhungen im kommenden Jahr ist Serbien; Ausnahmen vom Trend nach oben gibt es in Slowenien und der Ukraine.

Serbien erhöht mit Jänner 2013 die Körperschaftssteuer von zehn auf 15 Prozent. Die Slowakei verabschiedet sich von der im Jahr 2004 eingeführten Flat Tax von 19 Prozent und erhöht den Abgabensatz für Unternehmen auf 23 Prozent. Lediglich für Einkommen unter 39.000 € pro Jahr bleibt die Steuerrate von 19 Prozent erhalten; wer mehr verdient, muss künftig 25 Prozent davon an das Finanzamt abliefern, so der Beschluss der sozialdemokratischen Regierung unter Robert Fico. Die Chefs der Oppositionsparteien haben bereits unisono angekündigt, dass sie die Flat Tax wieder einführen wollen, sollten sie an die Macht kommen.

Solidaritätsabgabe

Die Tschechische Republik hingegen belässt den Unternehmenssteuersatz bei 19 und jenen für Einkommen bei 15 Prozent, will aber die Besserverdiener zur Kasse bitten:  „Ab 2013 wird eine Solidaritätsabgabe von sieben Prozent für Einkommen über 50.000 € fällig", sagt Baumann. Zudem wird die Höchstbemessungsgrundlage für die Krankenversicherung abgeschafft und es gibt mehrere Änderungen beim Pensionssystem. Höhere Einkommen werden damit benachteiligt.

Nicht zu den klassischen Oststaaten zählend, aber dennoch erwähnenswert ist Griechenland: Während 2010 und 2011 der Unternehmenssteuersatz jeweils um einen Prozentpunkt gesenkt wurde, erfolgt nun aufgrund der bekannten Probleme des Staates wahrscheinlich eine satte Erhöhung von 20 auf 26 Prozent.

Die Ausnahmen

Österreichs Nachbar Ungarn hingegen hält trotz angespannter Haushaltssituation an der niedrigen Unternehmenssteuer von zehn bzw. 19 Prozent (über 1,8 Millionen € Basis) fest. Einkommen ­werden sogar entlastet: Der Multiplikator von 1,27 entfällt ab dem kommenden Jahr.

Vergünstigungen gibt es auch in Slowenien und der Ukraine: In der Ukraine sinkt die Unternehmenssteuer ab Jänner von 21 auf 19 Prozent, Slowenien will die Körperschaftssteuer von 18 auf 17 Prozent reduzieren. Der Spitzensteuersatz für Einkommen soll aber von 41 auf 50 Prozent steigen.

 

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