13.01.2013, 22:27  von Simone Brunner

Heftige Turbulenzen bei ukrainischer Airline

Bild: Wikipedia

Die Fluglinie Aerosvit hat mehrere Flugverbindungen gestrichen. Hunderte Ukrainer sind nach den Weihnachtsfeiertagen auf in- und ausländischen Flughäfen gestrandet.

Kiew. Viele Ukrainer, die sich entschieden haben, ihr Weihnachten heuer nicht zu Hause zu verbringen, erwartete bei der Heimreise eine böse Überraschung: Seit Mitte vergangener Woche hat die teilstaatliche Fluglinie Aerosvit zahllose nationale und internationale Flüge gestrichen. Der Grund: Die größte ukrainische Fluglinie steht bei Gläubigern mit rund 4,7 Milliarden Hrywnja (440 Millionen €) in der Kreide und kann den Betrieb nur mehr eingeschränkt aufrechterhalten.

Dieser Tage saßen mehrere Hundert Passagiere in Tel Aviv, Bangkok und europäischen, aber auch ukrainischen Flughäfen fest. Zumindest ein Teil der Verbindungen wurde von anderen ukrainischen Fluglinien übernommen.
Aerosvit hat bereits Ende Dezember ein Insolvenzverfahren beantragt, kündigte aber an, den Flugverkehr fortzusetzen. Der Moskauer Flughafen Scheremetjewo hatte schon im Dezember eine zeitweilige Sperre über Aerosvit verhängt, bis die Linie ihre Schulden beglich.

Drohung aus Moskau

Jetzt stellen die Russen den Ukrainern wieder die Rute ins Fenster: Wenn die Schulden gegenüber der russischen Luftfahrtagentur Rosawiatsija nicht bis nächsten Dienstag beglichen werden, will die Agentur ihre Navigationsdienste für Aerosvit im russischen Luftraum einstellen, verlautete Rosawiatsija in einer Aussendung.

„Müssen intervenieren"

Wie es mit der Fluglinie weitergeht, beschäftigt auch das neue Kabinett um Premier Mykola Asarow. Asarow hat seinen Vizepremier Oleksandr Wilkul mit der Causa beauftragt. „Wir können nicht zulassen, dass die Fluglinie unsere Bürger schädigt. Wir sollen intervenieren", so Asarow bei einer Sitzung seines Ministerkabinetts am Mittwoch. Wie die Intervention genau aussehen soll, ist derweil noch nicht bekannt.

Brisant ist der Fall ob seiner mächtigen Hintermänner: Laut Forbes hält der ukrainische Oligarch Ihor Kolomo­iski 24,99 Prozent der Anteile an Aerosvit. Kolomoiski gilt als einer der einflussreichsten Geschäftsmänner des Landes und wird dem Oppositionslager zugerechnet. Medienberichten zufolge soll er ein Unterstützer der Partei von Boxweltmeister Vitali Klitschko, „Udar" (zu deutsch: Schlag), sein, die nach den Wahlen im Herbst erstmals in das Parlament eingezogen ist.

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440 Millionen €

Ende Dezember hatte die ukrainische Fluglinie Aerosvit 4,27 Milliarden Hrywnja (rund 440 Millionen €) Schulden. Laut ukrainischen Medien stehen dem Vermögenswerte von 150 Millionen € gegenüber. Ende Dezember wurde ein Insolvenzantrag gestellt; das Management betonte mehrmals, dass die Fluglinie nicht pleite sei und dass die Verbindungen weiter aufrechterhalten werden.

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