08.02.2013, 10:36  von Simone Brunner

Schwarze Liste mit Steuersündern

Die Regierung von Premier Fico sagt Steuersündern den Kampf an / Bild: Vallat

Slowakei. Mehr Transparenz soll die Liste sicherstellen, Unternehmern soll sie bei der Risikoeinschätzung helfen.

Bratislava. Die slowakische Regierung unter Premier Robert Fico hat sich den Kampf gegen die Steuerhinterziehung auf die Fahnen geschrieben. Diese Woche wurde eine Liste mit 1400 Unternehmen veröffentlicht, die ihre Steuern nicht oder nur unzureichend bezahlen. Offiziell handelt es sich dabei um Unternehmen, bei denen Gründe für die Aufhebung der Mehrwertsteuer-Registrierung bestehen. Zum Vergleich: Insgesamt sind in der Slowakei rund 205.000 MwSt-Zahler registriert.

Die "Blacklist der Steuersünder" ist auf der Homepage der Finanzdirektion öffentlich zugänglich. Die Liste soll für mehr Transparenz unter Unternehmern sorgen: "Wenn man mit einem Unternehmen Geschäfte macht, das auf der Liste ist, dann können die Geschäftsleute dieses Unternehmen natürlich nicht als vertrauensvollen Partner einstufen", sagt Frantisek Imrecze, Präsident der Finanzadministration, zur Agentur SITA. Die Steuerschulden der genannten Unternehmen belaufen sich derzeit summa summarum auf rund 143 Millionen €,so SITA. Österreichische Unternehmen sind ersten Informationen zufolge nicht auf der Liste.

Im vergangenen Jahr wurde ein Gesetz auf den Weg gebracht, das die Entziehung der MwSt-Registrierung viel rigoroser regelt als bisher.

Unter Beobachtung

Imrecze zufolge arbeiten Finanzdirektion, Finanzministerium und Justizministerium derzeit weitere Maßnahmen aus, um die Risikoeinschätzung bei MwSt-Zahlern zu verbessern. So stünden neben jenen 1400 noch weitere 3000 Unternehmen unter Beobachtung. Die Liste soll monatlich aktualisiert werden, so der Chef der Steuerbehörde Daniel Cech.

(WirtschaftsBlatt, Print-Ausgabe, 2013-02-08)

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

09:43

Kampf um kroatische Stromkunden

19.06.2013, 19:21

Nüchterner Blick der Unternehmen in die Zukunft

19.06.2013, 10:09

Poker um neues Glücksspielgesetz

WERBUNG

Kommentare

0 Kommentare

Verbleibende Zeichen: 1500

19.06.2013, 06:25

Polen wegen unbezahler Strassenbau-Rechnungen am Pranger

Botschafter aus sechs Ländern, darunter Österreich, verlangen Aufklärung darüber, warum Polen ausständige Milliarden an Baufirmen nicht begleicht.

18.06.2013, 18:11

„Wir verteilen keine Wahlgeschenke“

Interview. Ungarn hat aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und wird das Defizit auch im Wahljahr 2014 unter der Drei-Prozent-Grenze halten, sagt Zoltan Csefalvay, Staatssekretär im Ministerium für Nationalwirtschaft.

18.06.2013, 11:27

Leitl sieht Kroatiens EU-Beitritt als Chance

EU. Bald soll es 1000 österreichische Betriebsansiedlungen geben und das Handelsvolumen gesteigert werden. Es wird aber auch eine Phase der Akklimatisierung geben.

18.06.2013, 11:23

Inder sperren tschechischen LKW-Hersteller zu

Logistik. Nach 66 Jahren macht der tschechische LKW-Hersteller Avia am 31. Juli die Pforten dicht. Avia hat 2012 noch 1.003 Fahrzeuge gebaut, in den ersten fünf Monaten 2013 nur noch vier.

18.06.2013, 10:07

Tabula rasa an der Moldau

Tschechien. Letztlich wurde der Druck zu groß: Petr Necas ist Sonntagabend als Premier und ODS-Parteichef zurückgetreten. Die Dreierkoalition hofft, Neuwahlen abzuwenden.

    Austrian Airlines
    von
    nach
    Hinflug
    Rückflug
    Personen

Umfrage

  • Wer soll geringfügige Unternehmenssteuern regeln und kassieren?
  • Bund
  • Länder
  • Gemeinden

Die Redaktion empfiehlt