09.03.2016, 11:28  von Marijana Miljkovic

Slowenien: Banken verkaufen sich blendend

Der Bankensektor ist nicht mehr das Sorgenkind Sloweniens. Banken kaufen und werden gekauft. / Bild: (c) Copyright 2013 Bloomberg Finance LP

Der slowenische Bankenmarkt hat sich im vergangenen Jahr von der Krise erholt. Das ruft auch Investoren auf den Plan. Der Sektor wird weiter konsolidiert.

Wien. Der slowenische Bankensektor hat sich vom Schock der Bankenkrise im Jahr 2013, als die slowenische Regierung in einer Rettungsmaßnahme bei etwa 60 Prozent des Sektors die Kontrolle übernahm, weitestgehend erholt. Das zeigen vorläufige Ergebnisse der Geldhäuser: Nach einem Verlust von 3,6 Milliarden € im Jahr 2013 (zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts) schrieben die Banken im Vorjahr erstmals einen Nettogewinn von 151,8 Millionen €. 2014 betrug der Verlust 114 Millionen €.

Die Aufräumarbeiten nach der Krise gehen aber weiter, der Markt konsolidiert sich. So übernahm die 2013 gegründete Abwicklungsgesellschaft DUTB, eine Art Bad Bank, vergangenen Monat die Banken Probanka und Factor banka (siehe Interview unten).

Fonds kauft ein

Die US-Beteiligungsgesellschaft Apollo, die bereits im Vorjahr eine Einkaufstour in Südosteuropa gestartet hat und die slowenische Tochter der Raiffeisen Bank International gekauft hat, bleibt ebenfalls dran. So übernahm der Private Equity Fond 80 Prozent an der Nova Kreditna Banka Maribor (NKBM).20 Prozent gingen an die Osteuropabank EBRD, gemeinsam zahlten sie dafür 250 Millionen €. Damit erwarben die beiden Investoren auch einen Anteil an der slowenischen Postbank. Der Verkauf muss noch abgeschlossen werden.

Der größte Brocken auf dem Bankenmarkt ist der Verkauf der Nova Ljubljanska Banka, an der der Staat noch immer knapp drei Viertel der Anteile hält. Die Privatisierung soll über einen Börsengang (IPO) erfolgen und spätestens bis Ende 2017 abgeschlossen werden. In der Branche rechnet man mit weiteren Übernahmen. Gemunkelt wird etwa, dass sich die russische Sberbank aus Slowenien zurückziehen könnte, was die Bank nicht kommentiert. Die Konsolidierungen gehen aber vom Markt aus, für den Sektor selbst seien sie nicht notwendig, sagte etwa Bostjan Jazbec, Gouverneur der Slowenischen Notenbank, der Branchenzeitschrift "The Banker": "Für uns als Regulator ist es nur wichtig, dass die Banken adäquat kapitalisiert sind."

Der Anteil der faulen Kredite (NPL) lag Ende 2015 bei knapp zehn Prozent. Den Großteil der Problemkredite, damals 1,6 Milliarden €,hat vor drei Jahren die Bad Bank übernommen.

Umfassendes Portfolio

Bis 2022 soll es die DUTB geben, wie Imre Balogh, Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft, sagt. Zum Portfolio der Bad Bank gehören neben Finanzinstituten auch Tourismusfirmen, Immobilien, Lebensmittel-und Getränkehersteller. 31 Unternehmen sind derzeit auf der Homepage der DUTB ausgeschrieben. Die Bad Bank hat auch die Aufgabe, die Unternehmen zu restrukturieren, bevor sie verkauft werden, und sie macht sich damit nicht immer beliebt. So haben unlängst die Mitarbeiter des Sportschuheherstellers Alpina gegen Entlassungen protestiert. Sie wollen lieber einen Eigentümer aus der Branche als die Abbaugesellschaft. Laut Firmeninsidern sollen sich die Sportartikelhersteller Fischer und Rossignol bereits umgehört haben, berichten slowenische Medien. Das Fischer-Management "kann das nicht bestätigen",hieß es jedoch auf Anfrage.

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