28.07.2016, 22:50  von Marijana Miljković

Novomatic übernimmt Geschäft der Österreichischen Lotterien in Albanien

Novomatic beweist in Albanien Mut / Bild: (c) APA/HERBERT PFARRHOFER (HERBERT PFARRHOFER)

Die Österreichischen Lotterien haben seit 2012 die Albanische Nationallotterie betrieben. Nun haben sie das Geschäft an Novomatic verkauft. Für beide stellt sich Albanien als hartes Pflaster heraus.

Der niederösterreichische Glücksspielkonzern Novomatic hat in Albanien die Tochtergesellschaft der Österreichischen Lotterien, Lotaria Kombëtare, gekauft. Die dortige Wettbewerbsbehörde hatte den Verkauf der Albanisch Österreichischen Lotterien Holding Gesellschaft m.b.h (AÖLGH) an die Novomatic Gaming Industries GmbH am 20. Juli genehmigt, berichtete die Agentur Nov-Ost.

„Wir können im Moment keine Details bekannt geben, weil noch das Closing sowie die Zustimmung des albanischen Finanzministeriums ausstehen“, teilte ein Sprecher von Novomatic dem WirtschaftsBlatt lediglich mit.

Lotaria Kombëtare (deutsch: Nationallotterie) war eine 100-Prozent-Tochter der AÖLGH und hatte nach einer Ausschreibung im Jahr 2012 die Lizenz zum Aufbau, Betrieb und Management der Albanischen Lotterie auf zehn Jahre erhalten. 2013 startete man mit Lotto „6 aus 39“ und Rubbellosen. Sukzessive wurden andere Lotteriespiele eingeführt, etwa das albanische Pendant zur Geldscheffel-Show „Money Maker“.

Zu den Gründen des Verkaufs zählt wahrscheinlich, dass die Erwartungen nicht erfüllt wurden. Laut des albanischen Wirtschaftsmagazins „Monitor“ wechselten die Lotterien um einen symbolischen € den Besitzer.

Rote Zahlen

Die Lotterien wiesen demnach 2014 einen Umsatz von umgerechnet 4,2 Millionen € und einen Verlust von 3,5 Millionen € aus. Die Verbindlichkeiten gegenüber Banken und anderen Gläubigern beliefen sich laut dem Medienbericht auf sechs Millionen €. Im Geschäftsbericht der Lotterien werden die Geschäftszahlen zu Albanien nicht gesondert ausgewiesen, eine Stellungnahme erhielt das WirtschaftsBlatt bis zum Redaktionsschluss nicht.

An den Lotterien sind die teilstaatlichen Casinos Austria zu 68 Prozent beteiligt. Die Casinos werden gerade vom bisherigen Konkurrenten Novomatic übernommen.

Die Novomatic selbst hat drei Gesellschaften in Albanien. Da das Land per Gesetz bis Ende 2016 elektronische Casinos schließen lässt, rechnet die Novomatic mit rückläufigen Umsätzen in diesem Markt.

Liquidierung in Russland

Die Lotterien verabschieden sich heuer auch von ihrer zweiten Tochter, die im Ausland tätig war, der Russisch Österreichischen Lotterien Holding Gesellschaft m.b.H. Sie war an der OOO Ural Loto beteiligt, die für den operativen Spielbetrieb in Baschkortostan zuständig war. Ein Ende Dezember 2013 verabschiedetes föderales Lotteriegesetz zwang Ural Loto, Lottoziehungen und den Vertrieb von Rubbel- und Brieflosen per 30. Juni 2014 vorzeitig einzustellen, obwohl die Lizenz bis 2018 galt. Die Liquidierung von Ural Loto hat 2014 begonnen und soll laut Geschäftsbericht im Juli 2016 abgeschlossen sein, im Herbst folgt die Liquidierung der Muttergesellschaft in Wien.

(Print-Ausgabe)

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