Das Wirtschaftssystem in Dharavi, dem größten Slum Asiens, floriert: 10.000 Unternehmen gibt es hier, die meisten arbeiten am Recycling von Plastik. Sie setzen pro Jahr mindestens 500 Millionen Euro um.
Eine Million Menschen leben in Dharavi. Um Platz im dicht besiedelten Gebiet zu sparen, wird der wertvolle Rohstoff Plastik auf den Dächern der Slum-Hütten gelagert.
Zugewanderte Arbeiter vom Land verdienen rund zwei Euro pro Tag - das ist mehr als in ländlichen Regionen, wo 77 Prozent der Bevölkerung von 30 Cent pro Tag leben müssen.
Sie arbeiten zehn Stunden pro Tag, sechs Tage die Woche. Obwohl sie von ihrem Arbeitgeber zum Einschmelzen des Plastiks einen Mundschutz gegen die gefährlichen Dämpfe bekommen, verwenden sie ihn selten - das würde ihre Produktivität mindern. Die Gründung von Gewerkschaften ist verboten.
Den widrigen Arbeitsumständen zum trotz sind die Häuser besser eingerichtet, als das Äußere vermuten lässt: Es gibt Kühlschränke, Fernseher und sogar Laptops in den Hütten. Rund die Hälfte der Familien leben in Häusern, die kleiner als zehn Quadratmeter sind. Die Miete: 40 Euro im Monat.
Zwei Drittel der Slumbewohner sind Hindus, der Rest Moslems. Auf Grund religiöser Spannungen leben die Communities heute getrennt. Der hinduistische Teil ist besser entwicklt, da hier Frauen arbeiten dürfen. Im muslimischen Teil stellen Tischler hinduistische Schreine her - wenn es um Geld geht, spielt der Glaube eine geringere Rolle.
Neben dem Recycling von Plastik werden auch alte Öl-Kanister ausgewaschen und wiederverwendet. Die Etiketten der Kanister werden losgelöst und zu Decken verarbeitet. Getreu dem Motto: "In Dharavi wird nichts verschwendet."
Kommentare
0 Kommentare