11.09.2012, 19:31  von APA/Reuters

Moody's droht den USA mit AAA-Entzug

USA droht der AAA-Entzug / Bild: dpa/Oliver Berg

Ratings. Die USA stehen vor dem Verlust des Top-Ratings. Moody's fordert vom Land den Abbau des Schuldenstandes.

London/Washington. Die Ratingagentur Moody's droht den USA mit dem Verlust der Bonitätsbestnote AAA. Sollten die Verhandlungen über den Haushalt 2013 nicht zu einem Rückgang der Schuldenstandsquote führen, werde es wahrscheinlich zu diesem Schritt kommen, teilte Moody's am Dienstag mit. "Wenn die Verhandlungen zu einer Politik führen, die mittelfristig eine Stabilisierung und dann einen Rückgang im Verhältnis der Staatsschulden zum Bruttoinlandsprodukt führen, dürfte das Rating bestätigt und der Ausblick wieder stabil sein", hieß es. "Wenn diese Verhandlungen aber nicht zu einer solchen Politik führen, dann würde Moody's wahrscheinlich das Rating senken, vermutlich auf Aa1."

Über Haushaltsfragen liefern sich Republikaner und Demokraten einen immer wiederkehrenden Streit. Im Frühjahr 2011 schlitterte die Regierung knapp an einem finanziellen Stillstand vorbei, als sich beide Seiten lange nicht auf ein Restbudget für 2011 einigen konnten. Im vergangenen Sommer wendete der Kongress in letzter Minute mit einer Erhöhung der gesetzlichen Schuldenobergrenze die Zahlungsunfähigkeit des Landes ab.

16 Billionen Dollar Schulden

Die US-Schulden haben erst kürzlich die Schwelle von 16 Billionen Dollar gesprengt. Eine durchgreifende Lösung ist derzeit wegen des Wahlkampfes nicht in Sicht. Außerdem herrscht im Kongress zwischen dem Regierungslager von Präsident Barack Obama und den Republikanern eine Patt-Situation. Experten befürchten, dass dies auch die Wahlen im November nicht verändern. Es sei schwierig vorherzusehen, wann der Kongress im Jahr 2013 die Verhandlungen abschließen könne, meint Moody's.

Zum Jahreswechsel drohen abrupte Kürzungen nach dem Rasenmäherprinzip sowie ein Ende von Steuererleichterungen und Konjunkturmaßnahmen. Ökonomen befürchten, dass die USA angesichts der schwachen Konjunktur über diese sogenannte fiskale Klippe erneut in die Rezession rutschen könnten. Der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, John Boehner, gab sich am Dienstag skeptisch, dass sich beide Seiten rechtzeitig auf einen neue Kompromiss zur Haushaltssanierung einigen könnten.

Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte der weltgrößten Volkswirtschaft bereits im vergangenen Jahr das AAA-Rating entzogen und auf "AA+" herabgestuft. Bei Fitch halten die USA immer noch das AAA-Rating.

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    Sollte Moodys diese Drohung wahrmachen, dann kann man sich ausrechnen, dass nach einer entsprechenden Vergemeinschaftung der Schulden aufgrund der ungelösten Probleme sowie divergierenden nationalen Interessen bald die gesamte Eurozone mit Ramsch bewertet wird. Unter anderem wegen der übernommenen Haftungen für die maroden Staaten leuchten auch für Österreich bereits massiv die Frühwarnindikatoren auf:

    http://www.wienerzeitung.at/meinungen/gastkommentare/484683_Bedrohliche-Unwetterfront-ueber-Oesterreichs-Finanzen-gesichtet.html

    verfasst am 11.09.2012, 17:20

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