12.09.2012, 19:27  von APA/AFP

UNO: Weltwirtschaft wächst 2012 nur um 2,3 Prozent

Wachstum bekämpft Armut / Bild: AltoPress / Maxppp (John Dowland)

Das "Mantra der Sparsamkeit" bewirkt einen finanziellen Stillstand, sinkende Löhne sind ein falsches Signal.

Genf. Die Weltwirtschaft wird in diesem Jahr laut einem UN-Bericht voraussichtlich nur um 2,3 Prozent wachsen. Zudem werde sie stagnieren, solange Regierungen an Sparplänen festhielten und die Löhne nicht stiegen, hieß es in dem am Mittwoch veröffentlichten Handels- und Entwicklungsbericht 2012 der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD). "Eine Reihe von entwickelten Ländern wechselt zu schnell von wirtschaftlichen Konjunkturmaßnahmen zu staatlichen Haushaltskürzungen." UNCTAD war Anfang des Jahres noch von einem globalen Wirtschaftswachstum von 2,6 Prozent ausgegangen.

Eines der Hauptprobleme sei der Mangel an Investitionen aus Angst der Regierungen vor Schulden, sagte Heiner Flassbeck, Chef-Volkswirt der UN-Organisation, in Genf. Angeführt von Deutschland hätten europäische Staaten ein "Mantra der Sparsamkeit" entwickelt, und andere Länder in der Eurozone seien dem Beispiel gefolgt: Das Ergebnis sei finanzieller Stillstand. Allgemeines Sparen habe einen Kollaps der Wirtschaft zur Folge, warnte Flassbeck. Deutschland müsse mit gutem Beispiel vorangehen, denn "wenn Deutschland jetzt spart, wer soll dann Geld ausgeben?".

Von den Märkten komme das "falsche Signal", dass die Löhne weiter sinken müssten, kritisierte Flassbeck weiter. Vielmehr müssten die Regierungen ein "deutliches Zeichen setzen, dass sich das ändern muss". Weitere Kürzungen in einer allgemeinen Rezession vergrößerten langfristig nur die Staatsdefizite, warnte Flassbeck. Die Welt habe "sich selbst in eine Falle manövriert", indem sie glaube, dass sinkende Löhne die Antwort auf Arbeitslosigkeit seien.

 

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

02.06.2015, 22:42

US-Kongress nimmt Geheimdienstreform an

02.06.2015, 19:14

TTIP - "Verhandlungsstopp heißt Aufgeben!"

02.06.2015, 13:59

Viele indische Piloten haben nie fliegen gelernt

Mehr auf wirtschaftsblatt.at

    Mehr aus dem Web

    WERBUNG

    Kommentare

    0 Kommentare

    Verbleibende Zeichen: 1500

    02.06.2015, 07:04

    Milliardenstrafe für Tabakonzerne in Kanada

    Eine Million Kläger in Kanada machten Tabakhersteller für ihre Nikotinsucht verantwortlich. Drei Konzerne müssen umgerechnet mehr als 11 Milliarden Euro zahlen.

    02.06.2015, 06:10

    EU-Exporteure verlieren Marktanteile in Russland

    Anfang 2015 verschieben sich die Marktanteile auf den russischen Absatzmärkten kräftig: Deutsche verlieren, Amerikaner und Chinesen gewinnen. Österreich bleibt noch stabil.

    02.06.2015, 05:46

    Rekord-Rückruf nach gefährlichen Pannen mit Takata-Airbags

    Nach der größten Rückruf-Aktion in der Automobilgeschichte der USA will der japanische Zulieferer Takata Konsequenzen aus seinen defekten Airbags ziehen.

    02.06.2015, 05:43

    Ägypten wirft Muslimbruderschaft neues Komplott vor

    Der internationale Arm der Muslimbruderschaft habe geheime Zellen gebildet, um Ausspähaktionen zu starten, Internet-Konten zu knacken und Informationen zu sammeln, heißt es in Ägypten.

    02.06.2015, 05:39

    Schiffsunglück am Jangtse - Hunderte Tote befürchtet

    Ein Passagierschiff mit mehr als 450 Menschen an Bord ist am späten Montagabend auf dem Jangtse-Strom in China gesunken.

    CMS Logo

    Umfrage

    Die Redaktion empfiehlt