09.12.2012, 12:30

Durchgepeitscht: Kernpunkte des Klimagipfels von Doha

CO2-Reduktion forderten Demonstranten von arabischen Staaten / Bild: EPA (DENIS DONNEBAUM)

Klimakonferenz. Fünf Kernpunkte umfaßt die in lezter Mintute im Eiltempo abgestimmte Vereinbarung vom Klimagipfel in Doha, der kurz vor dem Scheitern stand. Kyoto II wird nun mit Inhalt gefüllt.

Doha. Der Klimagipfel in Doha hat folgendes vereinbart:

KYOTO-PROTOKOLL: Die 27 Länder der EU und zehn weitere Staaten verpflichten sich zu festen Reduktionszielen in einer zweiten Kyoto-Runde von 2013 bis Ende 2020. Die EU möchte ihre Treibhausgasemissionen bis dahin um 20 Prozent reduzieren - im Vergleich zu 1990. Da die bisher beabsichtigten Reduktionen insgesamt sehr schwach sind, sollen die Länder bis 30. April 2014 ihre Klimaziele möglichst erhöhen. Die Kyoto-Länder stoßen zwar nur 15 Prozent der weltweiten Treibhausgase aus, der Vertrag gilt jedoch als wichtiger Schritt vorwärts, damit andere Staaten nachziehen, insbesondere die Schwellenländer.

Die Industriestaaten Japan, Neuseeland und Russland haben im Kyoto-Prozess keine festen Klimaziele mehr. Kanada ist ausgetreten. Die USA hatten den Vertrag von 1997 zwar unterschrieben, aber nie staatsrechtlich umgesetzt. Sie sind weiterhin nicht dabei.

HEISSE LUFT: Im Rahmen von Kyoto II dürfen die Staaten nur noch sehr eingeschränkt mit Emissionsgutscheinen handeln. Was mit solchen Verschmutzungsrechten nach 2020 geschieht, blieb offen. Das wird von Klimaschützern als schwere Hypothek gesehen, weil vor allem Russland noch riesige Mengen davon hat, die es verkaufen möchte. Dass es in Kyoto II überhaupt noch eine Handelserlaubnis gibt, gilt auch als Zugeständnis der EU an Polen, das wie Russland nach dem Zusammenbruch des Ostblocks viel weniger Treibhausgase ausstößt als ihm erlaubt worden war und daher noch viele Emissionsgutscheine hat.

TREIBHAUSGASE: Zu den sechs bisher einberechneten Treibhausgasen kommt bei Kyoto II Stickstofftrifluorid (NF3) hinzu. Es dient zur Produktion von Flachbildschirmen und Solarzellen und als Ersatzstoff für Fluorkohlenstoffverbindungen. Seine Menge ist stark gestiegen. Als eines der stärksten Treibhausgase ist es 17.200 mal klimaschädlicher als CO2.

GELD: Einige Länder haben ärmeren Staaten kurzfristig Geld für den Einsatz klimafreundlicher Energien und die Anpassung an den Klimawandel zugesagt. Dazu zählen Deutschland mit jeweils 1,8 Milliarden Euro für 2013 und 2014 und Großbritannien mit insgesamt 2,2 Milliarden Euro. Unklar blieb, wie der Gesamtbetrag auf 100 Milliarden Dollar (77 Milliarden Euro) gesteigert werden soll, die ab 2020 jährlich versprochen sind.

GLOBALER KLIMAVERTRAG: Es wurde ein Fahrplan zum Aushandeln eines umfassenden Klima-Abkommens bis 2015 vereinbart. In dem Jahr soll das Abkommen fertig werden, damit es 2020 in Kraft treten kann. Auch die USA machen bei den Verhandlungen mit.

 

(APA/dpa)

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

08.12.2012, 17:59

Klima-Gipfel: Katar setzt Mini-Kompromiss durch

08.12.2012, 14:17

Klima-Gipfel zwischen Scheitern und Mini-Kompromiss

07:49

US-Verfassungsrichter gestorben - Streit um Nachfolge

Kommentare

0 Kommentare

13.02.2016, 18:04

Russland schickt weiteres Kriegsschiff vor die syrische Küste

Russland schickt einen Raketenkreuzer Richtung Syrien. "Die Teilnahme an Kampfhandlungen ist nicht ausgeschlossen", sagte ein Militärsprecher.

13.02.2016, 14:43

Russischer Oligarch steigt bei Uber ein

Milliardär Michail Fridman macht 200 Millionen Dollar für den Fahrdienst-Vermittler Uber locker.

13.02.2016, 11:38

Chinas Staatschef fürchtet sich vor einem Komplott

Erstmals seit seinem Amtsantritt vor drei Jahren hat Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping öffentlich enthüllt, wie sich seine Rivalen gegen ihn verschworen haben.

13.02.2016, 11:14

Ökonomen zweifeln an Indiens Wachstumzahlen

Statt wie offiziell erklärt bei 7,4 Prozent dürfte das Wachstum der drittgrößten Volkswirtschaft Asiens in diesem Finanzjahr eher bei etwa 5 Prozent liegen, sagt Wirtschaftswissenschaftler Rajiv Kumar.

CMS Logo

Umfrage

  • Wie bewerten Sie das österreichische Bildungssystem?
  • sehr gut
  • gut
  • befriedigend
  • genügend
  • nicht genügend

Die Redaktion empfiehlt