20.12.2012, 18:50  von Thomas Jäkle

Nokia will mit Billig-Smartphones kräftiger funken

Bild: Nokia

Mobilfunk. Ex-Weltmarktführer Nokia entdeckt Smartphones im Billigsegment ­ – nicht nur für die Schwellenländer.

Wien. Mit der strategischen Fokussierung auf die „Zwei-Säulen-Strategie" will Ex-Weltmarktführer Nokia auch das Billigsegment stärker beackern. Seppo Aaltonen, Strategiechef von Nokia Mobile Phones, erklärt, was die „Billigschiene" bringen soll.

WirtschaftsBlatt: Seit gut einem Jahr setzen Sie neben höherwertigen Smartphones auch auf die Billig-Smartphone-Schiene Asha - schaut man auf die Ergebnisse, scheint es, dass Nokia nicht vom Fleck kommt.

Seppo Aaltonen: Im dritten Quartal 2012 haben wir 77 Millionen Smartphones insgesamt verkauft. 6,5 Millionen Stück entfallen auf Asha-Phones. Tendenz steigend.

In gesättigten Märkten wie Österreich steigen die Nutzer auf Smartphones um, die wie das iPhone, Android-Phones und nun auch Windows-Phones sämtliche Stückerln spielen. Überdies ist der Preis für hochwertige Smartphones gestützt durch die Netzbetreiber, was Billig-Smartphones obsolet erscheinen lässt.

Wir befinden uns aber in einem stark wachsenden Segment. Das Asha 305 war im 3. Quartal 2012 die Nummer eins bei Smartphones in Indien, Ägypten und Pakistan - und zwar in allen Preisklassen. In China und Indonesien ist es Erster bei Billig-Smartphones.

Ist das Billigsegment nicht eine kurzfristige Zeiterscheinung und angesichts niedriger Margen überhaupt lukrativ?

Der Markt für Smartphones zum Preis unter 99 $ wächst rasend schnell: Bis zum Jahr 2015 beziffern Marktforscher das Weltmarktvolumen auf 29 Milliarden $, heuer liegt es Schätzungen zufolge bei drei bis fünf Milliarden $.

Warum soll ein Nutzer ein Billig-Smartphone kaufen?

Viele Nutzer brauchen ein Smartphone, das vor allem günstig ist. Und sie brauchen es nur für bestimmte Funktionen: Sie wollen telefonieren, Schnappschüsse machen, via Facebook kommunizieren, einen zweiten SIM-Kartenschacht, um über zwei Provider zu telefonieren, im Internet gelegentlich surfen und es muss über eine lange Batterielaufzeit verfügen. Das gilt sowohl für Nutzer in Schwellenländern als auch für preisbewusste Konsumenten in Ländern wie Österreich.

Konkurrenten wie Marktführer Samsung haben auch eine breite Palette von Smartphones zu bieten. Über den Preis wird der Wettbewerb bestimmt nicht sehr lukrativ sein.

Es wurden 2012 14 neue Asha-Modelle auf den Markt, die den Bedürfnissen unterschiedlichster Nutzer entsprechen. Und wir stehen weiterhin für Qualität und Innovation. Eine neue Datenkompression ermöglicht bequemes Internetsurfen via Handy. Und Netzbetreiber profitieren davon, weil das Management der Netze effizienter und kostengünstiger werden kann.

 

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