27.12.2012, 22:10

Fiskalklippe: Showdown am Tag des Herren

Bild: colourbox

Finanzstreit. Im Ringen um eine Beilegung des US-Haushaltsstreits in letzter Minute soll am Sonntag das Repräsentantenhaus zu einer Arbeitssitzung zusammentreten.

Washington. Im Ringen um eine Beilegung des US-Haushaltsstreits in letzter Minute soll am Sonntag das Repräsentantenhaus zu einer Arbeitssitzung zusammentreten. Dies sagten Vertreter der Republikaner am Donnerstag und bestätigten damit einen Bericht des US-Senders CNBC. Die Sitzung solle um 00.30 Uhr MEZ (18.30 Uhr Ortszeit) beginnen und damit einen Tag, bevor die Frist für eine Kürzung des Haushalts endet. Die Mitglieder des Repräsentantenhauses würden derzeit aus den Weihnachtsferien für Sonntag nach Washington zurückgerufen, sagten republikanische Vertreter. Die US-Aktienmärkte nahmen die Nachricht positiv auf und verringerten ihre Verluste.

Es sei möglich, dass die Sitzung von einigen führenden Vertretern der Republikaner in der Parlamentskammer bis Mittwoch fortgeführt werde, sagte ein Republikaner. Dann endet offiziell die Arbeit des Repräsentantenhaus in seiner jetzigen Form. Der neue Kongress wird nach den Wahlen erstmals am 3. Jänner zusammenkommen.

Präsident Barack Obama reiste am Donnerstag vorzeitig aus seinem Urlaub nach Washington zurück. Finanzminister Timothy Geithner legte einen Notfallplan vor, mit dem Zeit gewonnen werden soll.

Obama traf kurz vor Mittag Ortzeit im Weißen Haus ein, nachdem er mit seiner Familie Weihnachten auf Hawaii verbracht hatte. Reporterfragen nach einer drohenden Finanzkrise beantwortete er nicht.

Automatismen

Sollten Obamas Demokraten und die Republikaner bis zum Jahresende keine Einigung im Haushaltsstreit erzielen, treten automatisch Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen für fast alle Haushalte in Kraft. Ökonomen befürchten, dass die USA über diese sogenannte Fiskalklippe in eine Rezession stürzen. Im Zentrum des Streits stehen die von den Demokraten geforderten und von den Republikanern abgelehnten Steuererhöhungen für Spitzenverdiener. Ein Kompromiss ist erforderlich, weil die Republikaner im Repräsentantenhaus die Mehrheit haben.

Die USA würden die festgelegte Schuldenobergrenze von 16,39 Billionen Dollar (12,36 Billionen Euro) am 31. Dezember erreichen, schrieb Finanzminister Geithner dem demokratischen Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, in einem Brief. Daher werde sein Ministerium "außergewöhnliche Maßnahmen" ergreifen, um noch einige Wochen Verhandlungsspielraum herauszuschlagen.

Um auch nach Erreichen der Schuldengrenze die Inhaber fälliger US-Staatsanleihen auszahlen zu können, ist es beispielsweise üblich, die staatlichen Zahlungen in die Pensionskasse der Beamten auszusetzen. Durch derartige Maßnahmen würden laut Geithner rund 200 Milliarden Dollar frei, die unter normalen Umständen für rund zwei Monate reichen würden. Angesichts des anhaltenden Haushaltsstreits sei aber nicht vorhersehbar, wie lange derartige Maßnahmen die Zahlungsunfähigkeit der USA hinauszögern könnten, schrieb der Finanzminister.

 

 

(apa/reuters)

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

20:52

Dish setzt im Poker um Sprint auf US-Ängste

17:52

Atari wird nach Pleite zerstückelt

14:55

Ford kehrt Australien den Rücken - 1200 Jobs weg

WERBUNG

Kommentare

0 Kommentare

Verbleibende Zeichen: 1500

14:54

US-Arbeitslosenanträge sinken wieder

Konjunktur. In den USA haben weniger Menschen als erwartet einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt.

09:08

Chinas Industrie im Rückwärtsgang

Konjunktur. Der HSBC-Index signalisiert erstmals seit Monaten einen Rückgang der Industrieproduktion in China.

06:28

Glencore könnte Iran-Sanktionen umgangen haben

Über Tauschgeschäfte haben Glencore und das ebenfalls in der Schweiz ansässige Handelshaus Trafigura Aluminium an eine Firma im Iran geliefert, heisst es in einem UNO-Bericht.

22.05.2013, 20:31

Tornado erzwingt weitere Geldflut

Milliardenschäden nach dem Tornado in Oklahoma ersticken jede Diskussion über eine Straffung der Geldpolitik im Keim. In Japan zeigen sich erste Nebenwirkungen.

22.05.2013, 20:24

IWF ziemlich ratlos: Was wirkt, schadet auch

Großbritannien: Die Wirtschaft liegt noch sechs Prozent unter Vorkrisen-Niveau. Und investiert wurde seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr so wenig.

Umfrage

  • Wo kaufen Sie Ihre Lebensmittel am liebsten ein?
  • Nahversorger
  • Supermarkt
  • Einkaufszentrum
  • Internet