19.01.2013, 21:39

Algerien: 23 Geiseln und 32 Entführer getötet

Geiselnahme beendet / Bild: EPA (STR)

Terror. Nach Angebn des algerischen Innemninisteriums brachten Sicherheitskräfte 107 Ausländer in Sicherheit.

Algier/In Amenas. Bei der mehrtägigen Geiselnahme in einer Gasanlage in Algerien sind nach vorläufigen Regierungsangaben insgesamt 23 Geiseln getötet worden. Auch 32 Entführer seien tot, teilte das algerische Innenministerium am Samstagabend mit.

Den algerischen Sicherheitskräften sei es gelungen, 685 algerische Angestellte der Anlage zu befreien sowie 107 Ausländer.

Unter den getöteten Geiseln sind bestätigten Angaben zufolge sieben Ausländer - drei Belgier, zwei US-Amerikaner, ein Brite und ein Japaner -, für die der Armee-Einsatz zu spät kam. Ebenso soll ein Franzose getötet worden sein.

Zu den Opfern des Terrorangriffs auf das Gasfeld In Amenas gehören möglicherweise auch Norweger. Ministerpräsident Jens Stoltenberg sagte am Samstagabend in Oslo, nach dem Abschluss der Militäraktion gegen die Geiselnehmer sei das Schicksal von fünf Landsleuten weiter ungeklärt. Er sagte: "Wir müssen der Möglichkeit ins Auge sehen, dass auch norwegische Menschenleben verloren sein können."

Außenminister Espen Barth Eide erklärte, Norwegen stehe hinter der abschließenden Militäraktion durch algerische Militärs. Er sagte: "Es war in der betreffenden Situation notwendig, schnell einzugreifen, um so viele Geiseln wie möglich zu retten." Norwegens Regierung hatte vorher die harte algerische Linie indirekt kritisiert.

Islamistische Kämpfer hatten am Mittwoch die Gasanlage besetzt und zahlreiche Geiseln genommen. Ein erster Befreiungsversuch der algerischen Sicherheitskräfte am Donnerstag war gescheitert, mehrere Geiseln starben.

Am Samstagnachmittag hatten algerische Spezialkommandos die Geiselnahme schließlich beendet. Auch hierbei gab es Tote. Die Geiselnehmer hatten unter anderem ein Ende des französischen Militäreinsatzes im Norden Malis gefordert, wo Islamisten die Kontrolle übernommen haben.

Österreicher bald zuhause

Jener 36-jährige Niederösterreicher, der das Geiseldrama unbeschadet überstanden hat, dürfte wohl bald zurück in die Heimat gelangen. Der Zwettler Christoph Z. befinde sich derzeit in Deutschland und werde laut seiner Mutter wahrscheinlich noch am Samstag zu Hause ankommen, sagte Zwettls Vizebürgermeister Johannes Prinz Samstagmittag zur APA. Genauere Auskünfte wolle die Familie aus Sicherheitsgründen aber nicht geben, betonte er. Dem 36-Jährigen, der sich während der Geiselnahme versteckt hatte, gehe es soweit gut. Er war für den britischen Öl-Multi BP in Algerien tätig.

 

(APA/AFP)

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

13:40

Iraner können nicht nach Mekka pilgern

13:27

Vize Gabriel bremst Merkel: Keine Eile für TTIP

11:24

China kündigt Öffnung des Online-Handels für Ausländer an

Kommentare

0 Kommentare

27.05.2016, 22:05

Janet Yellen: "Erhöhung in den kommenden Monaten könnte das Richtige sein"

US-Notenbankchefin Janet Yellen hat am Freitag erneut eine baldige Anhebung des Leitzinses angedeutet.

27.05.2016, 16:35

Konsumklima in USA hellt sich deutlich auf

Die Kauflaune der Amerikaner hat sich im Mai insgesamt spürbar verbessert.

27.05.2016, 14:39

US-Wirtschaft besser in Schuss als gedacht

Die US-Wirtschaft ist im heurigen ersten Quartal fast doppelt so schnell gewachsen wie nach der ersten Schätzung erwartet.

27.05.2016, 13:22

KMU kämpfen weltweit mit Finanzierungsschwierigkeiten

KMU sind für die Wirtschaft ihrer Länder enorm wichtig, hat die Welthandels-Organisation WTO erhoben. 40 Prozent der EU-Exporte gehen auf KMU zurück. Aber sie kämpfen weltweit mit Finanzierungsschwierigkeiten.

27.05.2016, 11:56

Obama hat in Hiroshima "neue Seite in den Geschichtsbüchern" aufgeschlagen

Eine "neue Seite in den Geschichtsbüchern" habe US-Präsident Barack Obama durch seinen Besuch in Hiroshima aufgeschlagen, meinte Japanas Premier Shinzo Abe nach der Zerimonie. Obama hatte dort einen Kranz niedergelegt und zur Abschaffung aller Atomwaffen aufgerufen.

CMS Logo

Umfrage

  • Wer soll Ihrer Meinung nach neuer SPÖ-Vorsitzender und Bundeskanzler werden?
  • Gerhard Zeiler
  • Christian Kern
  • Brigitte Ederer
  • Michael Häupl
  • Andreas Schieder
  • Niemand der Genannten