20.07.2014, 09:04  von Herbert Geyer/Bloomberg

Warren Buffett: „Bitcoin-Preis ist eine Blase“

Investoren-Legende Warren Buffett wäre „überrascht, wenn es Bitcoins in 10 oder 20 Jahren noch gäbe" / Bild: (c) APA/EPA/ANDREW GOMBERT (ANDREW GOMBERT)

Professionelle Investoren, Analysten und Händler halten nicht viel von der Internet-Währung Bitcoin. Die Mehrheit sieht in ihrem Preis eine Blase, die sich nicht halten kann. Den Markt freilich rührt das kaum.

55 Prozent der von Bloomberg vierteljährlich befragten 562 Investoren, Analysten und Händler sehen im Preis der Internet-Währung Bitcoin eine „nicht nachhaltige Blase", weitere 14 sehen sie zumindest knapp davor. Nur sechs Prozent der Befragten können keine Blasenbildung erkennen. Und 25 Prozent trauen sich keine Meinung zu.

Die Bemühungen von Tech-Unternehmen, Venture-Capital-Firmen und Hedgefonds, aus der hoch volatilen Internet-Währung ein internationales Zahlungssystem zu machen, scheint in der Fachwelt nicht besonders anzukommen. Auch Promis wie JP Morgan-CEO Jamie Dimon sind überzeugt, dass Bitcoins als Währung ausgespielt haben, nachdem immer mehr Regierungen ihren Handel beschränkt und ihre Regelungen mit jenen anderer Zahlungssysteme gleichgestellt haben. Und Milliardär Warren Buffett meint, er wäre „überrascht, wenn es Bitcoins in 10 oder 20 Jahren noch gäbe". Buffett ist allerdings bereits 83.

Hoch volatil

Für den Gebrauch als Währung sind die Bitcoins, die nach einer Formel im Netz generiert werden, die 2008 ein japanischer Programmierer namens Satoshi Nakamoto entwickelte (oder auch eine Gruppe von Programmierern, die unter diesem Pseudonym auftreten) freilich sehr volatil: Wurden sie Anfang 2013 noch um etwa 13 $ gehandelt, so erreichten sie Ende November mit 1100 $ ihr bisheriges Hoch. In einer Umfrage mit mehr als 550 Teilnehmern, die der Internet-Händler CoinDesk im heurigen Jänner publizierte, erwarteten mehr als die Hälfte der Befragten heuer noch Höchstkurse um 10.000 $.

Die gleichzeitig veröffentlichte Bloomberg-Umfrage unter Finanz-Profis brachte weit vorsichtigere Ergebnisse: Fast die Hälfte der Befragten rieten zum Verkauf. Und sie sollten - zumindest vorläufig - Recht behalten: Die Internet-Währung wurde damals rund 30 Prozent über dem jetzt aktuellen Kurs von 617 $ gehandelt.

Absturz nach dem Zusammenbruch von Mt. Gox

Und davor ging es auch noch deutlich tiefer: Nach dem Zusammenbruch der weltgrößten Bitcoin-Börse Mt. Gox Ende März stürzte der Kurs Anfang April auf den heurigen Tiefststand von 352 $ ab - auch weil rund um den Globus Regierungen vor der virtuellen Währung warnten, weil sie zur Geldwäsche verwendet würde und zudem in den Tiefen des Netzes auch leicht abhanden kommen könnte.

Seither haben allerdings viele Unternehmen damit begonnen, Bitcoins als Zahlungsmittel für Online-Bestellungen zu akzeptieren, insgesamt gibt es weltweit bereits 63.000 Unternehmen, bei denen man mit der Währung bezahlen kann. Und mittlerweile gibt es laut CoinDesk weltweit auch bereits fünf Millionen Wallets - also elektronische Geldbörsen, in denen die Coins aufbewahrt werden können.

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Kommentare

6 Kommentare

Warren Buffet hat keine Ahnung, wovon er redet. Er versteht das Peer-to-Peer-Prinzip hinter Bitcoin nicht. Außerdem versteht er nicht, dass Geld nur EINE Anwendung der Bitcoin-Technologie (also der Blockchain) ist. In "10 oder 20 Jahren" wird die Blockchain neben Finanztransaktionen auch für Dutzende andere Dinge verwendet werden, beispielsweise Signaturen, notarielle Beglaubigungen und vieles mehr - denn es handelt sich um dezentrales Netzwerk in dem Vertrauen zwischen gleichberechtigten Peers hergestellt werden kann. Das ist einmalig in der Geschichte des Internet, und es ist völlig unerheblich, ob Warren Buffet das versteht oder nicht.

verfasst am 21.07.2014, 14:03

Gestern mit einem Jahrgang 2000er ein wenig über das Thema Bitcoin gesprochen. Habe ihm dann mittels CoinPocket ein Paar Satoshis geschenkt. Er war hell begeistert. Die Jugend von heute versteht den Wert der Währung von morgen. Seine erste erstaunte Anmerkung war: "Dann ist das ja eine Weltwährung.. :-o !"

verfasst am 21.07.2014, 08:40

Wie viele 83 jährige dachten das sich Email nicht durchsetzen wird? Für alle die wie ich von BTC überzeugt sind schauen Sie sich mal Genesis-Mining.com an - mit deren Cloudmining Methoden bin ich höchst zufrieden! 3 % Rabatt wenn Sie mit Genesis Mining auch Geld verdienen möchten. Verwenden Sie einfach den Promo Code: limegreen

verfasst am 20.07.2014, 16:39

Bitcoins haben nicht ausgespielt - weil sie nie irgendeine Rolle gespielt haben. Ausser in autistischen Netzhirnen.
Selbst wenn man sich die Mühe macht, fünf Artikel zu lesen, die sich ebenso abmühen, den Furz irgendwie zu erklären, kommt man nicht dahinter. Fürze lassen sich eben besser erriechen als erklären. Und da in allen Erklärungen auf jeden Fall das Wort "Volatilität" vorkommt, erahnt man, worum es sich hier handelt. Ein Scherzartikel, aus dessen wechselnden Preisen ein bisschen Profit gezogen werden kann. Das hilft dann ja eine Zeitlang, um weiterhin keiner volkswirtschaftlich sinnvollen Tätigkeit nachgehen zu müssen.

verfasst am 20.07.2014, 10:24

Gast: Frany meint

jup, bitcoin ist definitiv nichts für den gemütlichen, senilen. and we're perfectly allright with that :)

größten respekt hätte ich vor ihm ja gehabt wenn er im alter erkennen würde wann es vorbei ist und auch mal sagen würde: "sorry, ich weiß hierzu nichts. ich weiß noch nichtmal grob, was ich davon halten soll. meine zeit ist wohl einfach vorbei."

verfasst am 19.07.2014, 09:39

Einen 83 Jährigen zuzutrauen ein System zu verstehen das erst in wenigstens 20 Jahren sein volles können entfalten wird ist mehr als makaber!

verfasst am 19.07.2014, 09:05

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