30.12.2015, 07:57  von dpa/ekh

Kuba will Guantanamo zurück

Kubas Präsident Raul Castro stellt Forderungen an die USA. / Bild: (c) APA/AFP/POOL/ERNESTO MASTRASCUSA

Ein Jahr nach Beginn der vorsichtigen Annäherung an den einstigen Erzfeind USA hat Kubas Präsident Raul Castro die Souveränität der sozialistischen Karibikinsel betont.

Havanna/Washington. Damit der Normalisierungsprozess weitergehen könne, müsse die US-Regierung Kubas Recht anerkennen, sein wirtschaftliches, politisches und soziales Modell selbst zu wählen, sagte Kubas Präsident Raul Castro am Dienstag vor der Nationalversammlung.

"Niemals werden wir Bedingungen akzeptieren, die die Souveränität und Würde des Vaterlands beschneiden", sagte der Staatschef. "Es darf keine Einmischung in innere Angelegenheiten geben." Laut dem Nachrichtenportal Cubadebate forderte der 84-Jährige die Aufhebung des US-Handelsembargos gegen Kuba und die Rückgabe der Marinebasis Guantanamo.

Washington und Havanna hatten am 17. Dezember 2014 eine historische Wende in ihren seit Jahrzehnten schwer belasteten Beziehungen eingeleitet. Diese sollen nun allmählich normalisiert werden. Im Juli wurden Botschaften in beiden Hauptstädten wiedereröffnet.

Auch gegenüber dem Rest der Welt wolle sich Kuba neu positionieren, sagte Castro vor dem Parlament, das zweimal im Jahr zusammentritt. Die wirtschaftlichen und finanziellen Beziehungen zu anderen Ländern würden nun in eine neue Etappe eintreten.

Deutlichster Beweis für die neue Richtung sei der jüngste Schuldenerlass des Pariser Clubs. Die Gläubigerstaaten hatten Kuba Mitte Dezember Schulden in Höhe von vier Milliarden US-Dollar erlassen. Das Abkommen ermögliche Kuba einen besseren Zugang zu den Kapitalmärkten, um Investitionen zu finanzieren, sagte Castro der Nachrichtenagentur Prensa Latina zufolge.

Alte Wirtschaftsstrategie

Im kommenden Jahr strebt das Land ein Wirtschaftswachstum von zwei Prozent an. 2015 hatte die Volkswirtschaft des sozialistischen Karibikstaats noch vier Prozent zugelegt. "Mitten in der weltweiten Krise zu wachsen, ist etwas Positives. Und zwei Prozent Wachstum im kommenden Jahr sind auch gut", sagte Wirtschafts- und Planungsminister Marino Murillo.

Kuba wolle die Produktion steigern und die Importe senken, sagte er. "Alles, was wir in Kuba produzieren können, sollten wir auch hier herstellen", sagte Murillo vor den Abgeordneten in Havanna. "Es ist besser, Rohstoffe zu importieren und sie hier weiterzuverarbeiten, als die fertigen Produkte auf dem Weltmarkt zu kaufen."

Trotz des soliden Wachstums im ausklingenden Jahr blieben die Landwirtschaft, die Zucker-Industrie sowie das Bau- und Transportwesen hinter den Erwartungen der Regierung zurück. Der Staat werde künftig stärker in gewinnbringenden Sektoren wie Tourismus, Biotechnologie und Energie investieren, kündigte Minister Murillo an.

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

25.05.2016, 21:57

G-7-Gipfel berät in Japan über Konjunktur und Krisen

25.05.2016, 20:14

Facebook-Datentransfer in die USA: Irland ruft EuGH an

25.05.2016, 18:32

Apple erforscht Ladetechnologie für Elektroautos

Kommentare

0 Kommentare

25.05.2016, 13:39

Ultranationalist Lieberman wird Verteidigungsminister Israels

Ex-Außenminister Avigdor Lieberman wird neuer Verteidigungsminister in Israel. Die Palästinenserorganisation PLO spricht von einer "echten Bedrohung" für die Stabilität der Region.

25.05.2016, 11:14

Toyota steigt bei Fahrdienst Uber ein - VW nimmt Rivalen

Autobauer Toyota und der Fahrdienst-Vermittler Uber loten Partnerschaft in mehreren Ländern aus.

25.05.2016, 08:53

Die radikalen Taliban haben einen neuen Chef

Haibatullah Akhundzada, ein religiöser Führer und Richter, wurde zum Nachfolger des von US-Drohnen getöteten Taliban-Chefs gewählt. Ungewöhnlich: Er hat bisher keine Rolle auf dem Schlachtfeld gespielt.

24.05.2016, 16:24

US-Geschäft mit Eigenheimen auf Mehrjahreshoch

In den USA klettert die Zahl von verkauften neuen Eigenheimen im April auf den höchsten Stand seit dem Jahr 2008.

CMS Logo

Umfrage

  • Wer soll Ihrer Meinung nach neuer SPÖ-Vorsitzender und Bundeskanzler werden?
  • Gerhard Zeiler
  • Christian Kern
  • Brigitte Ederer
  • Michael Häupl
  • Andreas Schieder
  • Niemand der Genannten