14.02.2016, 15:37  von APA/AFP

Amnesty gibt Westen erhebliche Mitschuld an gewaltsamen Krisen

Amnesty-Generalsekretär Salil Shetty / Bild: APA/AFP/THOMAS KIENZLE

Viele Menschenrechtsverletzungen würden mit Waffen, die westliche Mächte zur Verfügung gestellt haben, begangen, sagt Amnesty-Generalsekretär Salil Shetty.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat dem Westen eine erhebliche Mitschuld an gewaltsamen Konflikten in der Welt vorgeworfen. Viele Menschenrechtsverletzungen würden "mit Waffen, die westliche Mächte zur Verfügung gestellt haben", begangen, sagte Amnesty-Generalsekretär Salil Shetty am Sonntag bei der Münchner Sicherheitskonferenz.

"Einige dieser Gruppierungen" seien "sogar ausgebildet worden von westlichen Armeen". Dies führe zu einem "Teufelskreis der Gewalt".

"Wir haben nicht nur eine Flüchtlings- und Sicherheitskrise, sondern auch eine Führungskrise", beklagte Shetty. Die Weltgemeinschaft müsse sich auf den Schutz von Zivilisten in Konflikten kümmern, Flüchtlinge umsiedeln und sichere Fluchtwege schaffen. Mehr als 90 Prozent der fliehenden Menschen weltweit suchten Schutz in Nachbarländern und machten sich nicht auf den Weg in die westliche Welt. "Wenn wir beginnen, Flüchtlinge als Verbrecher zu betrachten, vergessen wir den Schutz, der ihnen zusteht", mahnte Shetty.

Der frühere UNO-Generalsekretär Kofi Annan sieht aber auch Versäumnisse bei afrikanischen Politikern. Das Wirtschaftswachstum auf dem Kontinent sei in den vergangenen Jahren zwar "beeindruckend" gewesen, "aber nicht ausreichend und nicht inklusiv". Ein zu großer Teil des Wachstums sei bei den Armen nicht angekommen und habe nur "eine kleine Elite reicher gemacht". Die große Zahl arbeitsloser junger Menschen ohne Zukunftsperspektive begünstige den Extremismus. Annan forderte die Politiker in Afrika auf, "die Jugend in das Zentrum ihrer Politik zu rücken".

Annan verwies auf die große Bedrohung durch islamistische Extremisten. Die in Nigeria und den Nachbarländern aktive Islamistengruppe Boko Haram habe im vergangenen Jahr mehr Menschen getötet als die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS). Ein "weiterer Krieg gegen den Terror" werde aber nicht erfolgreich sein. Wie auch in anderen Weltregionen werde "ein rein militärischer Ansatz" kontraproduktiv sein, sagte Annan. "Frieden kann man ohne Sicherheit nicht erreichen, und Sicherheit kann man nicht erreichen ohne inklusive Entwicklung", führte er aus.

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

28.06.2016, 19:25

USA bereiten Offensive auf IS-Bastionen vor

28.06.2016, 17:27

Positive Signale von der US-Konjunkturfront

28.06.2016, 09:36

Chile legt Süßwarenhersteller Ferrero ein Überraschungs-Ei

Kommentare

0 Kommentare

28.06.2016, 07:28

Amnesty International: Frauen werden in Mexiko gefoltert

Ein Bericht von Amnesty International zeigt das schockierende Ausmaß an Gewalt durch Sicherheitskräfte, der Frauen in Mexiko ausgesetzt sind.

27.06.2016, 18:19

Südafrikas Präsident muss für Luxus auf Staatskosten zahlen

Südafrikas Präsident Jacob Zuma ließ ein Swimmingpool, ein Amphitheater und ein Hühnergehege auf Staatskosten bauen.

27.06.2016, 12:08

Zwei der grössten chinesischen Stahlproduzenten planen Fusion

Baosteel, der fünftgrößte Stahlkonzern der Welt, und die Wuhan-Gruppe, der elftgrößte Stahlkonzern, wollen sich zusammenschliessen.

27.06.2016, 10:48

Erhöht Japan das Konjunkturpaket auf 85 Milliarden Euro?

Japan plant Insidern zufolge nach dem Brexit-Votum die Aufstockung eines Konjunkturprogramms auf gut zehn Billionen Yen (rund 85 Milliarden Euro).

27.06.2016, 08:31

US-Wahl: Clinton in Umfragen klar vor Trump

Eine am Sonntag veröffentlichte Umfrage für das "Wall Street Journal" und NBC News sah Clinton bei 46 Prozent und Trump bei 41 Prozent.

CMS Logo

Umfrage

  • Warum gehen Väter seltener in Karenz als Frauen?
  • Karrierenachteile
  • Angst vor Imageverlust
  • Finanzielle Einbußen
  • Keinen Rückhalt vom Chef
  • Es gehen genug Männer in Karenz

Die Redaktion empfiehlt