14.02.2016, 20:15  von APA/dpa/AFP/Reuters

Russland warnt vor langem Krieg in Syrien

Bild: APA/AFP/GEORGE OURFALIAN

Nach der Münchener Sicherheitskonferenz hofft der russische Regierungschef Dmitri Medwedew auf weitere Fortschritte bei der Lösung des Syrien-Konflikts: "Ich bin verhalten optimistisch, was die Aussichten einer Zusammenarbeit auf diesem Gebiet betrifft."

US-Präsident Barack Obama hat Russlands Staatschef Wladimir Putin aufgefordert, die Luftangriffe gegen gemäßigte Rebellen in Syrien einzustellen. Obama habe unterstrichen, dass Russland von nun an "eine konstruktive Rolle" in Syrien spielen solle, indem die Luftangriffe auf gemäßigte Gegner des syrischen Staatschefs Bashar al-Assad eingestellt werden.

Das teilte das Weiße Haus am Sonntag in Washington nach einem Telefonat der beiden Präsidenten mit. Die beiden Präsidenten hatten am Samstag über die Syrien-Ergebnisse bei der Münchener Sicherheitskonferenz telefonisch beraten. Der Kreml hatte bereits mitgeteilt, beide hätten dabei vereinbart, "eine Kooperation über diplomatische Kanäle und andere Strukturen einzuleiten". Dem Weißem Haus zufolge waren sich beide auch einig, dass rasch ein Zugang für humanitäre Hilfe zu belagerten Orten in Syrien geschaffen und ein Ende der Kämpfe in dem Land in die Wege geleitet werden müssten.

Die Syrien-Kontaktgruppe hatte sich in der Nacht auf Freitag auf eine Feuerpause in Syrien verständigt, die binnen einer Woche in Kraft treten soll. Allerdings hat die Türkei inzwischen damit begonnen, kurdische Stellungen in Nordsyrien zu bombardieren. Russland unterstützt in Syrien die Regierungstruppen in ihrem Kampf gegen Rebellen.

Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew warnte indes davor, dass ein Einsatz ausländischer Bodentruppen in Syrien zu einem umfassenden und langen Krieg führen würde. In einem Interview des TV-Senders Euronews reagierte Medwedew damit auf Äußerungen von US-Außenminister John Kerry.

Dieser hatte gesagt, wenn es nicht gelinge eine Waffenruhe in Syrien zu erreichen, könnten weitere ausländische Truppen in den Konflikt eingreifen. Dies hätte Kerry nicht sagen sollen, bemerkte Medwedew laut der von seinem Büro am Sonntag verbreiteten Mitschrift des Interviews. Wenn er einen langen Krieg haben wolle, dann könne er mit Bodeneinsätzen beginnen. Man solle aber nicht versuchen, andere einzuschüchtern.

US-Präsident Barack Obama hat die Entsendung von Bodentruppen nach Syrien ausgeschlossen. Allerdings hat Saudi-Arabien kürzlich solche Einheiten angeboten, um die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu bekämpfen. "Lassen Sie mich betonen, niemand ist an einem neuen Krieg interessiert, und Bodeneinsätze bedeuten einen vollumfassenden langen Krieg", warnte Medwedew.

Er bekräftigte die Unterstützung Russlands für den syrischen Machthaber Bashar al-Assad. "Er ist der amtierende Präsident, ob einem das gefällt oder nicht. Ihn zu entmachten, würde zu Chaos führen", sagte der Regierungschef und verwies auf Verwerfungen etwa in Libyen. Assad solle an allen Entscheidungen teilnehmen, sein politisches Schicksal sei aber Sache des syrischen Volkes.

Medwedew hatte in München die Ost-West-Krise drastisch mit den Worten beschrieben: "Wir sind in die Zeiten eines neuen Kalten Krieges abgerutscht." Moskau und die EU hätten ein "verdorbenes Verhältnis". Russland stützt das Regime in Damaskus mit Luftangriffen. Der Westen wirft Moskau vor, auch Zivilisten und die Opposition zu treffen.

Türkei beschiesst Kurden

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hat eine Fortsetzung der Militäraktionen gegen Kurden im Norden Syriens angekündigt. In einem Telefongespräch mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel habe Davutoglu am Sonntag gesagt, die Sicherheitskräfte des Landes würden auch weiterhin auf Angriffe der kurdischen YPG-Miliz reagieren, verlautete aus dem Büro des Ministerpräsidenten.

Die USA hatten die Türkei zuvor aufgefordert, ihre Angriffe auf syrisches Gebiet einzustellen. Die türkische Armee hatte in den vergangenen zwei Tagen Ziele bei Asas im Norden Syriens beschossen. Dort hatten kurdische Kämpfer mit Unterstützung russischer Kampfflugzeuge einen Militärflughafen von den gegen Präsident Bashar al-Assad kämpfenden Rebellen erobert. Die Türkei verlangt, dass sich die kurdischen Kämpfer von dort zurückziehen.

Auch die französische Regierung rief Ankara am Sonntag auf, die Angriffe gegen die kurdischen Kämpfer in Syrien "sofort" einzustellen. Zugleich forderte Paris erneut, dass die syrische Armee und ihre Verbündeten ihre Angriffe im Land beenden sollten. "Absolute Priorität" müssten die Umsetzung der Beschlüsse von München sowie der Kampf gegen die Islamistenmiliz Islamischer Staat (IS) haben, hieß es in einer Erklärung des französischen Außenministeriums.

Saudis starten "Donner des Nordens" 

Saudi-Arabien hat sich am Sonntag für ein umfangreiches Militärmanöver mit Streitkräften aus rund 20 Ländern gerüstet. Es handle sich um die "größte" Militärübung, die jemals in der Region organisiert worden sei, berichtete die Nachrichtenagentur SPA am Sonntag.

Demnach sollten an der Übung im Norden des Landes neben den arabischen Golfstaaten auch Länder wie Ägypten, Malaysia, Pakistan und mehrere afrikanische Staaten teilnehmen. Der exakte Beginn sowie die Dauer der Übung namens "Donner des Nordens" wurden nicht mitgeteilt. Geplant waren Manöver der Boden-, Luft- und Marinetruppen. Es gehe darum, ein "starkes Zeichen" des Willens der beteiligten Länder zu setzen, "die Sicherheit in der Region aufrecht zu erhalten", meldete die Agentur SPA. Saudi-Arabien und seine "Brüder und Freunde" stünden zusammen gegen die derzeitigen Herausforderungen.

Saudi-Arabien ist Teil der Militärkoalition im Kampf gegen die Jihadistengruppe Islamischer Staat (IS) im Irak und in Syrien. Zuletzt zeigte sich das Land bereit, Bodentruppen in das Bürgerkriegsland Syrien zu entsenden. Im benachbarten Jemen geht das Militär des sunnitischen Königreichs zudem gegen die schiitischen Houthi-Rebellen vor.

 

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1 Kommentare

Russland bombardiert zusammen mit der legitimen AssadRegierung von Syrien die Stadt Aleppo weil vorher hat der Westen/Nato zehntausende Terroristen fuer Syrien ausgebildet,bewaffnet und finanziert.Der monatliche TerroristenLohn wird nur weiterbezahlt wenn weitergekaempft wird.Die Grenze zur Tuerkei ist geschlossen auf Bitte der EU die von Fluechtlingen ueberrannt wurde.Die Grenze wird wahrscheinlich wieder geoeffnet wenn weitere saftige Bezahlungen aus der EU erfolgen.Andere Staedte in Syrien+Irak welche von der USA/NatoKoalition bombardiert wurden,sind alle zum Schutt+Asche veraendert.
Unverstaendlich das Merkel nicht interessiert ist an eine baldige Loesung des Syrienkonflikts durch die Siege von Russland/Assad.Sie sollte mit allen Mitteln Russland unterstuetzen und die Terroristen die von Nato/EU bezahlt werden dementsprechend beauftragen.

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