27.02.2016, 14:35  von Reuters/Tom Perry/Mariam Karouny

Waffenruhe in Syrien hält weitgehend

Zumindest derzeit schweigen die Waffen in Syrien weitgehend. / Bild: (c) REUTERS/RODI SAID

Nur noch vereinzelt ist es nach dem Inkrafttreten des Waffenstillstandes ab Mitternacht in den syrischen Konfliktgebieten zu Kampfhandlungen gekommen, berichten mehrere Quellen übereinstimmend.

Beirut. In Syrien hat die Waffenruhe am Samstag weitgehend gehalten. Seit ihrem Beginn am Freitagabend wurden die Kampfhandlungen nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte bis auf einige Ausnahmen eingestellt. Ähnliches berichtete der Kommandeur der Fursan-al-Hakk-Rebellen, die an der Seite der Freien Syrischen Armee gegen die Regierung in Damaskus kämpfen. Kommandeur Fares Bajusch sagte Reuters, in einigen Teilen des Landes setze die Armee von Präsident Baschar al-Assad aber den Beschuss fort und verstoße gegen die Vereinbarung. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, es würden am Samstag keinerlei Angriffe geflogen, um zu vermeiden, dass versehentlich falsche Ziele getroffen würden. Von der von Russland und den USA ausgehandelten Waffenruhe sind die radikal-islamische IS-Miliz und den Al-Kaida-Ableger Nusra-Front ausgenommen.

Die Feuerpause trat um Mitternacht Ortszeit in Kraft. Sie soll es Hilfsorganisationen ermöglichen, dringend benötigte Lebensmittel und Medikamente zur Zivilbevölkerung zu bringen. Die Vereinten Nationen hoffen zudem, dass sich Spielraum für eine Wiederaufnahme der auf Eis liegenden Friedensgespräche in Genf ergibt. Ein Vertreter des russischen Außenministeriums sagte, womöglich könnte dies am 7. März der Fall sein.

"Lasst uns beten, dass es funktioniert", sagte der UN-Sonderbeauftragte für Syrien, Staffan di Mistura, in der Nacht zu Samstag in Genf, als die Waffenruhe in Kraft trat. Sie sei die beste Chance, die das syrische Volk in den vergangenen fünf Jahren gehabt habe. Di Mistura sagte, er rechne damit, dass die Waffenruhe vereinzelt gebrochen werde. Zugleich rief er die Konfliktparteien zu Zurückhaltung auf.

Nach Angaben des russischen Militärs wurden die Kämpfe am Boden in 34 Gebieten vor allem in den Provinzen Homs und Hama eingestellt. "Russische Militärflugzeuge, darunter Langstreckenmaschinen, fliegen am 27. September keine Angriffe auf syrischem Territorium", erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau. Russland unterstützt Assad in dem Bürgerkrieg, die USA dagegen die Opposition.

Islamisten kämpfen weiter

Eine Rebellengruppe warf den Assad-Truppen vor, ungeachtet der Waffenruhe bei einem Angriff drei ihrer Kämpfer getötet zu haben. Der Vorstoß der Armee habe sich um 4.00 Uhr (Ortszeit) am frühen Samstagmorgen in Dschabal Turkman nahe der türkischen Grenze ereignet, sagte ein Sprecher der Ersten Küstendivision der Freien Syrischen Armee Reuters. Der Angriff auf die Zweite Küstendivision sei eine Verletzung der Waffenruhe. "Im Moment hat das Regime den Angriff gestoppt", sagte der Sprecher weiter. Syrische Regierungsvertreter waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Dschabal Turkman liegt im Nordwesten des Landes. Dort kämpft auch die extremistische Nusra-Front. Dem Rebellensprecher zufolge hatten die Islamisten jedoch keine Stellungen in der Nähe des Angriffsorts bezogen.

Nur wenige Stunden nach Inkrafttreten der Feuerpause detonierte in Salamija in der Provinz Hama eine Autobombe. Zwei Menschen seien getötet und mehrere verletzt worden, berichtete das staatliche syrische Fernsehen. Salamija liegt an der Frontlinie zwischen den syrischen Regierungstruppen und den IS-Kämpfern. Nach bisherigen Erkenntnissen steckten weder die IS-Miliz noch die Nusra-Front hinter dem Anschlag. Die Nusra-Front hat dazu aufgerufen, die Angriffe auf Assad und seine Verbündeten zu verstärken. Russland und die Assad-Führung haben angekündigt, sie würden trotz der Waffenruhe weiterhin gegen die beiden Extremistengruppen vorgehen.

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Kommentare

1 Kommentare

zombie1969 meint

In Syrien werden Islamisten exekutiert oder von einer Drohne aufgemischt, hier erhalten sie üppige Sozialhilfegelder.

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