21.12.2015, 20:57  von André Exner

Wiener Stadtwerke machen beim Baukonzern Porr Kassa

Der Baukonzern Porr ist für den Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Strauss ein gutes Investment: Er und sein Partner Klaus Ortner kassierten heuer eine millionenhohe Dividende. / Bild: (c) Harry Schiffer Photodesign

Mit dem Ausstieg der Stadtwerke hat der Bauriese Porr nur mehr vier Großaktionäre: CEO Strauss, seinen Syndikatspartner Klaus Ortner, die VIG sowie Renaissance/Heitkamp.

WIEN. Karl-Heinz Strauss und Klaus Ortner nehmen Abschied von einem Porr-Aktionär: Der CEO der Porr AG und der Tiroler Industrielle (Elin), die über ein Syndikat die Mehrheit an dem an der Wiener Börse notierten Baukonzern halten, haben den rund 2,5-prozentigen Anteil der Wiener Stadtwerke übernommen. „Der Verkauf der Anteile orientierte sich an der Entwicklung des Börsenkurses“, sagt Strauss. Der Börsewert lag bei rund 15 bis 20 Millionen €.

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Wiener-Stadtwerke-Holding-Chef Robert Grüneis sitzt seit Mai 2014 im Aufsichtsrat des Baukonzerns und ist bis 2019 bestellt. Ob er seine volle Funktionsperiode erfüllt, sein Aufsichtsratsposten bei der nächsten Hauptversammlung Ende Mai neu besetzt oder der Aufsichtsrat verkleinert wird, sagt Strauss auf Anfrage nicht – nur soviel: „Der Verkauf hat keine Auswirkung auf die Zusammensetzung des Aufsichtsrates.“

Aktuell hält das Syndikat 53,7 Prozent, rund 30 Prozent sind im Streubesitz. Die restlichen Großaktionäre sind der Versicherungskonzern VIG (3,2 Prozent) sowie das Bauunternehmen Renaissance Construction (5,8 Prozent), das den Porr-Anteil über seine 2014 übernommene Schweizer Tochter Heitkamp hält. Die VIG hat mit Porr-Chef Strauss bereits zu Beginn des Jahres 2014 eine Vereinbarung über den Teilausstieg beschlossen und setzt diese auch um.

Zuletzt gingen Ende November 363.730 Porr-Aktien vom Versicherungskonzern an ein Unternehmen von Strauss, der damit (unabhängig vom Syndikat mit Ortner) auf einen zusätzlichen Aktienbesitz von rund fünf Prozent kommt und größter Porr-Aktionär wird. Nur einen kleinen Anteil möchte die VIG weiter am Baukonzern halten. Auch Renaissance/Heitkamp ist Kreisen zufolge zum Ausstieg bereit, wenn der Preis passt – über die Börse würde auch dieser Großaktionär nur mit erheblichen Ausschlägen herauskommen. Im Aufsichtsrat sind diese Aktionäre nicht vertreten, Renaissance- bzw. Heitkamp-Manager Nematollah Farrokhnia ist heuer frühzeitig ausgeschieden. Sein Co-Geschäftsführer bei Heitkamp ist übrigens auch kein Unbekannter in der Baubranche: Es ist Ex-Alpine-Chef Johannes Dotter.

Porr ist auf Erfolgskurs

Seit dem Amtsantritt Strauss' vor fünf Jahren hat sich Porr von einem Nebenwert zu einem Analystendarling an der Wiener Börse entwickelt – die Aktienexperten erwarten auch in den kommenden Jahren stets weiter steigende Gewinne. Auch der Anstieg der Dividende soll fortgesetzt werden. Dass der Vorstandsvorsitzende inzwischen selbst der größte Einzelaktionär des Unternehmens ist, werten Analysten als positiv und als Zeichen für sein langfristiges Bekenntnis zum Unternehmen. Tatsächlich ist die Porr für Strauss ein gutes Investment: Der CEO erhielt heuer zusammen mit Klaus Ortner eine millionenhohe Dividende.

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