12.01.2016, 18:45  von apa

Flüchtlinge: "Müssen eben Kapazitäten schaffen"

Klartext von Flüchtlingskoordinator Christian Konrad. / Bild: (c) APA/HERBERT NEUBAUER

Der Flüchtlingskoordinator der Regierung, Christian Konrad, ist gegen die von der ÖVP geforderte "Obergrenze" für Asylwerber: "Werden nicht überflutet."

Wien. "Wenn Asylwerber kommen, die wir nicht unterbringen, dann müssen wir diese Kapazitäten eben schaffen", so Konrad in den "Salzburger Nachrichten". Wie er in "Tiroler Tageszeitung" und "Vorarlberger Nachrichten" ergänzt, schweben ihm 50.000 Plätze in "Low-cost-Quartieren" vor.

Es könne nicht sein, "dass wir ab einer bestimmten Grenze keine Asylbewerber mehr aufnehmen", betont der VP-nahe frühere Raiffeisen-Manager angesichts des Vorschlags seiner Partei, die Asylwerberzahl zu begrenzen. Integrationsunwilligen könne man Sozialleistungen kürzen, Wirtschaftsflüchtlinge abschieben, so Konrad: "Aber Asylberechtigte, da haben wir eine verdammte Pflicht und Schuldigkeit uns derer anzunehmen. Auch wenn sie einmal - Pardon - neben das Klo scheißen."

Gemeinden sollen Grundstücke freigeben

Dazu müsse man nun "menschengerechte Unterkünfte für längere Zeiträume" schaffen. Dafür schweben Konrad günstige Häuser in Fertigbauweise für 60 bis 80 Menschen vor, die nach Ende der Flüchtlingskrise als Kindergärten oder Seniorenheime genutzt werden können. Auf drei Vernetzungstreffen mit Bürgermeistern in Niederösterreich, der Steiermark und Tirol soll in den kommenden zwei Wochen über dieses Projekt gesprochen werden. Die Finanzierung soll nach Konrads Vorstellungen über die Wohnbaubank der Regierung erfolgen, die Betreuung der Flüchtlinge durch NGOs: "Von den Bürgermeistern will ich eigentlich nur die entsprechenden Grundstücke."

Mehr Druck für eine gemeinsame Lösung fordert Konrad auf EU-Ebene - insbesondere auch ein baldiges Gipfeltreffen zu dem Thema. "Die österreichische Regierungsspitze ist gefordert, massiven Druck zu machen", so Konrad. Angesichts der 90.000 Asylanträge im Vorjahr versucht er zu beruhigen: "Da kommt einer auf 100 Österreicher. Wenn sich das heuer wiederholt, kommen zwei auf 100. Es ist nicht so, dass wir überflutet werden."

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Kommentare

2 Kommentare

1-2 Flüchtlinge auf 100 Österreicher ist kein Problem. Ein Problem ist aber, dass 180.000 aus Ungarn gekommen sind, 120.000 waren vor dem Krieg in Jugoslawien zu uns geflüchtet. Diese Liste lässt sich problemlos erweitern, insgesamt sind nach 1945 sage und schreibe 2 Mio. Ausländer nach AT gekommen, das sind dann 25 von 100.
Wien-Favoriten wird von syrischen Flüchtlingen der "türkische Bezirk" genannt!
DAS ist dann ein Problem.

verfasst am 13.01.2016, 08:42

1945 hatte Österreich ca. 6,7 Mio, 2015 ca. 8,5 Mio, dh ohne 2 Mio Zuwanderung wäre die Bevölkerung um 200.000 geschrumpft
in Singapur gibt es einen Stadtteil der sich "Little India " nennt

verfasst am 13.01.2016, 09:19

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