15.01.2016, 09:22  von past

Dschungelcamp 2016: Das Geschäftsmodell der Ekel-Spiele

Erfolgreiches Moderatoren-Duo Daniel Hartwich und Sonja Zietlow. / Bild: RTL

Ob man es glauben will oder nicht: Das Dschungelcamp geht in die zehnte Staffel. Die Jubiläumsstaffel der RTL-Show "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" dürfte für den Kölner Privatsender auch aus wirtschaftlicher Sicht ein großer Erfolg werden.

Das Konzept ist alt bewährt: Zwölf mehr oder minder bekannte Kandidaten werden im australischen Dschungel zusammengepfercht und müssen sich unappetitlichen Prüfungen stellen. Während die einen in eine Badewanne gefüllt mit Spinnen und Maden sitzen, geben die anderen pikante Details aus ihren Privatleben preis oder stürzen sich in eine Affäre.

Passend zum Thema: McDonalds liefert ins Dschungelcamp 2015

"Dass die Show so durch die Decke gehen würde, war nicht abzusehen", sagt Markus Küttner, Bereichsleiter Comedy & Real Life bei RTL. Schon bei der Premiere 2004 seien die Verantwortlichen sehr vom Erfolg der Sendung überrascht gewesen. "Nach der ersten Staffel konnten wir uns durchaus vorstellen, noch ein paar Mal Promis in den Dschungel zu schicken. An zehn Staffeln hat freilich niemand gedacht."

Anders sieht es Fernsehforscherin Joan Kristin Bleicher von der Uni Hamburg: Der Erfolg der ersten Staffel habe schon nahegelegt, dass die Sendung langfristig gut laufen wird. Sie kombiniere ganz verschiedene Elemente miteinander - Exotik, interessante Figuren, Comedy-Elemente, Provokationen. Das hat Unterhaltungswert. Und das inzwischen alljährlich wiederkehrende Ritual bindet Zuschauer.

Und das Geschäftsmodell?

Extrem hohe Quoten kombiniert mit Product-Placement macht das TV-Format auch wirtschaftlich erfolgreich. Vermarkter IP Deutschland meldet eineinhalb Wochen vor Start am 15. Januar großes Interesse bei den Werbekunden: Die Sonderwebeformen sind "praktisch ausgebucht", wie Lars-Eric Mann gegenüber dem Branchenblatt W&V betont. Neben treuen Dschungel-Kunden wie Bahlsen, Müller oder McDonald’s konnte auch diverse neue Kunden vom Werbeumfeld überzeugt werden.

"Dabei sein allein reicht den Werbekunden nicht mehr, individuelles und kontextuelles Auftreten ist angesagt. Auch in diesem Jahr überraschen die Markenartikler durch besondere Kreationen, die die Dschungel-Zuschauer vom TV über die digitalen Plattformen bis hin zum Point of Sale erreichen." So ziehen etwa die Kosmetikmarke Manhattan , die Reise-Suchmaschine Momondo und das Geldinstitut RaboDirekt erstmals in den Dschungel.

Wie viel kostet das Dschungelcamp?

Medienberichten zufolge können die Produktionskosten einer Staffel gut und gerne 30 Millionen Euro verschlingen. Das macht aus der Show eines der teuersten Formate im deutschen Fernsehen. Das Dschungelcamp-Team riesig: rund 400 Kameraleute, Techniker, Redakteure und Sicherheitsmitarbeiter sorgen dafür, dass vor und hinter den Kameras alles funktioniert. Das sind drei Arbeitsschichten pro Tag, in denen das Material gedreht, ausgewertet, verarbeitet und gesendet wird.

Die Gagen

Die meisten Prominenten ziehen nicht nur aus Jux und Tollerei in den australischen Dschungel. Bei dem ein oder anderen spielen vor allem finanzielle Gründe eine Rolle. Aber wer bekam bis dato den höchsten Lohn für die tropischen Strapazen? Am meisten hat sich das Abenteuer finanziell wohl für Schauspielerin Brigitte Nielsen gelohnt. Berichten zufolge soll die Dschungelkönigin 2012 mit 150.000 Euro die bisher höchste Camp-Gage erhalten haben

Beachtliche Quoten

Die achte Staffel war die bis dato erfolgreichste. Durchschnittlich verfolgten 7,87 Millionen Zuschauer die Ausgabe im Jahr 2014. Bei den Final-Quoten liegt allerdings die Staffel von 2011 vorn: Als Peer Kusmagk zum Dschungelkönig gewählt wurde, sahen 8,93 Millionen Menschen zu. Obwohl sich RTL im vergangenen Jahr bei den Einschaltquoten leicht im Abwärtstrend bewegte, erreichte auch die schwächeren Folgen bei der marktrelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen einen beachtlichen Zuschaueranteil von 33,1 Prozent. Insgesamt betrug der Marktanteil 21,3 Prozent.

Die neuen Kandidaten im Überblick

  1. Ballermann-Entertainer und Ex-"Big Brother" Jürgen Milski, 52, der als Überraschungs-Kandidat gilt

  2. Sänger Menderes Bagci, 31

  3. Schauspielerin Jenny Elvers, 43

  4. TV-Anwältin Helena Fürst, 41

  5. Sänger Gunter Gabriel, 73

  6. Ex-Talker Ricky Harris, 53

  7. Ex-Fußballer Thorsten Legat, 47

  8. Ex-”Köln 50667“-Mitspieler David Ortega, 30

  9. Model Nathalie Volk, 19

  10. Model Sophia Wollersheim, 28

  11. Schauspieler Rolf Zacher, 74

Moderiert wird die Show wieder von Sonja Zietlow und Daniel Hartwich. Abgesehen von der Auftakt- und der Finalshow sendet RTL 17 Tage lang jeden Tag ab 22.15 Uhr Zusammenfassungen von den Ereignissen im Urwald.

 

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

11:29

"Brexit"-Live-Ticker: Die "flexible Union"

11:21

Bundespräsidenten-Stichwahl: Strafverfahren gegen Villacher Bürgermeister

09:25

Brexit: Alle verlieren, die Briten besonders

Kommentare

0 Kommentare

24.06.2016, 15:02

US-Industrie bremst sich deutlich ein

Die US-Industrie hat im Mai einen unerwartet starken Auftragseinbruch erlitten.

24.06.2016, 14:14

Insolvent am 24. Juni 2016

Täglich aktuell auf wirtschaftsblatt.at: Diese Insolvenzen hat der KSV1870 mit heutigem Datum registriert.

24.06.2016, 14:00

Bernie Sanders will Hillary Clinton wählen.

Die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton hat zumindest indirekte Unterstützung im Wahlkampf gegen Donald Trump bekommen.

24.06.2016, 13:49

Neue Eigentümer-Struktur bei Global Hydro Energy

Der Spezialist für Kleinwasserkrafttechnologie, Global Hydro Energy, hat einen neuen Mehrheitseigentümer.

24.06.2016, 13:39

Steirischer Schuhfetischist stahl rund 300 "High Heels"

Polizisten der oststeirischen Inspektion Weiz haben einen Schuhfetischisten ausgeforscht, der 2013 in der ganzen Steiermark rund 300 Damenschuhe gestohlen hat.

Umfrage

  • Warum gehen Väter seltener in Karenz als Frauen?
  • Karrierenachteile
  • Angst vor Imageverlust
  • Finanzielle Einbußen
  • Keinen Rückhalt vom Chef
  • Es gehen genug Männer in Karenz