12.02.2016, 08:50  von Reuters

Conwert fürchtet feindliche Übernahme durch Adler

Conwert Logo / Bild: WB/ Elke Mayr

Die Immobilienfirma Conwert will den Austausch von drei ihrer vier Verwaltungsratsmitglieder durch den deutschen Großaktionär Adler Real Estate verhindern.

Der Verwaltungsrat und das Management werteten den Antrag als "feindselige Aktion gegen die Conwert-Aktionäre", hieß es in einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme von Conwert. "Die Vorgehensweise von Adler lässt darauf schließen, dass Minderheitsaktionäre die Kontrolle über den Verwaltungsrat anstreben." Conwert fürchte, dass Adler die Gelegenheit nutzen werde, um einen Zusammenschluss der beiden Rivalen anzustreben - durch eine Fusion oder einen Verkauf von Adler-Immobilien an Conwert.

Das Unternehmen rief die übrigen Aktionäre auf, "den Versuch Adlers abzuwehren, Kontrolle über Conwert zu erlangen". Adler hält 22,4 Prozent an Conwert und hatte am Donnerstag die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung verlangt. Dort sollen drei Verwaltungsräte abgewählt und durch von Adler nominierte Kandidaten ersetzt werden. Für die Abwahl braucht Adler 75 Prozent der anwesenden Stimmen. "Wir sind guter Dinge, dass wir genügend andere Aktionäre auf unsere Seite bringen können", erklärte ein Adler-Sprecher. Das Aktionärstreffen solle im März stattfinden. "Wir erhoffen uns durch den Wechsel eine schnellere Umsetzung der vom Management erklärten Ziele", hieß es in einer Mitteilung. Dieses will Conwert auf Wohnimmobilien konzentrieren.

Conwert erklärte, alle drei Kandidaten stünden Adler nahe. Zu ihnen gehören Adler-Aufsichtsratschef Dirk Hoffmann und der ehemalige Vorstandschef der Deutschen Annington (heute Vonovia), Wijnand Donkers. Er sei Partner des Conwert-Aktionärs Petrus Advisers, der mit Adler verbündet sei. Der dritte Nominierte, Hermann Wagner, ist Aufsichtsratschef der Immobilienfirma Demire Deutsche Mittelstand Real Estate, die den gleichen Großaktionär wie Adler hat. Zwei der drei Verwaltungsräte, die Adler nun loswerden will, hatten sich erst im Herbst in ihre Positionen eingeklagt: der aktivistische Investor Alexander Proschofsky und der Berliner Immobilienmanager Peter Hohlbein.

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Kommentare

1 Kommentare

DerÄtzer meint

Die Firma Conwert fürchtet gar nichts, denn für eine Firma gibt es gar keine feindliche Übernahme. Es sind alleine die Vorstände und Aufsuchtsräte die dann um Ihre Jobs fürchten müssen. Zudem kann es dann sein, dass "Fehler" der Altmanager nach einer Übernahme aufgedeckt werden.

verfasst am 12.02.2016, 16:57

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