26.02.2016, 07:01  von Thomas Pressberger

Spar hält trotz Verlusten an Ungarn fest

Spar wird heuer 550 Millionen € in die Expansion, die Logistik und die Modernisierung von bestehenden Standorten stecken. / Bild: WB/Elke Mayr

Spar legte 2015 beim Umsatz im Branchendurchschnitt zu, Erträge werden nicht kommuniziert. Mit Ungarn ist das Unternehmen trotz Verlustmeldungen zufrieden.

Wien. Die Handelskette Spar lag in Österreich 2015 im Branchentrend und steigerte ihren Umsatz um 3,2 Prozent auf 6,1 Milliarden €. Das Umsatzplus ist auf ein Bündel an Gründen zurückzuführen, so Spar-Sprecherin Nicole Berkmann. „Ein Grund liegt in der Expansion. Wir haben drei neue Interspar-Hypermärkte eröffnet und auch sonst in die quantitative, aber auch qualitative Expansion investiert.“

Ungarn – das Nachrichtenmagazin „News“ meldete für 2014 einen Bilanzverlust von 58,5 Millionen € – will Berkmann nicht als „Sorgenkind“ bezeichnet wissen. „Ganz im Gegenteil. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen wie einer zeitweise drastisch erhöhten Lebensmittelaufsichtsgebühr und dem neuen Verbot der Sonntagsöffnung, konnte der Verkaufsumsatz um 3,3?Prozent gesteigert werden“, sagt Berkmann. Im Bereich der selbstständigen Spar-Kaufleute sei in Ungarn viel investiert worden, sodass deren Anzahl bereits auf über 50 angewachsen sei. Ertragszahlen in Ungarn werden nicht kommuniziert.

Die Spar-Auslandsmärkte legten beim Umsatz um 4,6 Prozent auf 4,7 Milliarden € zu. „Besonders hervorgetan hat sich Italien, wo wir erstmals die Zwei-Milliarden-Umsatz-Schwelle überspringen konnten“, sagt Berkmann.

So wie 2015 sind auch heuer wieder im Konzern Investitionen in der Größenordnung von 550 Millionen € geplant, etwa zur Hälfte im In- und zur Hälfte im Ausland. Im Wesentlichen gehen die Investitionen in die Expansion, in den Logistikbereich und die qualitative Weiterentwicklung bestehender Standorte.

Ein Teil davon fließt in den Umbau der ehemaligen Zielpunkt-Standorte. Die Wettbewerbshüter gaben Spar das Okay für die Übernahme von 27 Standorten. Ob der Konzern auch alle 27 übernimmt, steht noch nicht fest, da derzeit Gespräche mit den Hauseigentümern laufen.

Wachstum bei Kaufleuten

Die Kartellstrafe von drei Millionen € wurde vom Kartellobergericht auf 30 Millionen € erhöht. Ob es ein Fehler war, in Berufung zu gehen? „Diese Frage stellt sich nicht, weil nicht nur wir, sondern auch die anderen Parteien Rekurs angemeldet hatten.“ Positives gibt es von den selbstständigen Kaufleuten zu vermelden, deren Zahl gestiegen ist. „Es gab eine echte Expansion bei Spar-Kaufleuten. Vor allem dadurch, dass seit Beginn des Jahres 2015 insgesamt 18 Märkte der Raiffeisen-Lagerhaus-Genossenschaft Zwettl mit Lebensmitteln beliefert werden“, so Berkmann.

2016 sieht sie positiv entgegen. Grund dafür sind u.a. die Eröffnung von zwei Hypermärkten sowie die Vollinbetriebnahme des Logistikzentrums in Ebergassing.

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