12.03.2007, 16:40  von Michael J. Mayr

Franz Duval will in Bad Gastein weiter zukaufen

Bild: WB/Tanzer

Wiens einstiger Garagenkönig Franz Duval hat in Gastein noch nicht genug: Der Besitzer des halben Ortskerns will weiter zukaufen. Die Gemeinde läuft dagegen Sturm.

Bad Gastein/Wien. Der Wiener Privatier Franz Duval will sein Altersimperium im Herzen von Bad Gastein weiter ausbauen. Zu den fünf Objekten, die er links und rechts vom berühmten Wasserfall in den vergangenen sechs Jahren erworben hat, darunter Kongresshaus und Grandhotel Straubinger, will er noch das angrenzende Arcotel Elisabethpark hinzufügen. „Wer soll das sonst kaufen, wenn nicht wir", meint Duval.

30-Millionen-Projekt

Der 81-jährige Immobilienkaufmann, der in der Vergangenheit mit Projekten wie den Garagen am Messepalast und der Operngasse in Wien sowie der Walbersdorfer Ziegelei in schlagzeilenträchtige Affären verwickelt war , spricht von 30 Millionen €, die er in die Erneuerung von Gastein investieren will. „Das Geld liegt bei Banken auf Eis. Wir haben auch internationale Hotelbetreiber an der Hand", meint Duval, ohne Namen preis zu geben.

Neben der Wiederherstellung der ehemaligen Kurresidenzen eines Kaiser Franz Joseph und Johann Strauß als Nobelhotels will Duvals Appartement-Hotel Betriebe GesmbH die Talstation der Graukogel-Bergbahn auf das Kongresshausdach verlegen. Baubeginn soll laut Architekt und Co-Investor Franz Wojnarowski Mitte 2008 sein.

„Reiner Spekulant"

Ehe es soweit ist, muss die Wiener Gruppe, in der auch Duvals 34-jähriger Sohn Philipp mitmischt, die Baubehörden von ihren Absichten überzeugen. „Trotz Urgenz schuldet man uns den Baubestandsplan. Auch den Verfall der leeren Häuser müssen wir einmahnen. Wegen der offenen Dächer und Fenster besteht für die Substanz Gefahr in Verzug", sagt Ronald Gobiet, Landesleiter des Bundesdenkmalamts.

Bürgermeister Gerhard Steinbauer wird noch deutlicher: „Duval soll nicht mit Ankündigungen Schmäh führen, sondern endlich bauen, wie er das seit drei Jahren verspricht. Bisher agiert er wie ein reiner Spekulant, und Bad Gastein ist seine Geisel." Steinbauer weigert sich entsprechend, das Gemeindeamt aus dem Haus Austria - einem der fünf Duval-Objekte - abzusiedeln. „Wir werden das Haus nicht leeren, damit er spekulieren kann. Erst wenn ein Baubescheid vorliegt, gehen wir raus", sagt der Bürgermeister.

Auch Arcotel-Chefin Renate Wimmer geht zu Duval auf Distanz. „Es gibt derzeit keine Verhandlungen", teilt sie dem WirtschaftsBlatt mit. Duval dazu: „Was soll ich in Gastein machen, wenn man mich nicht lässt?"

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

Mehr aus dem Web

Kommentare

0 Kommentare

Verbleibende Zeichen: 1500