25.04.2007, 19:37

Gusenbauer und Schüssel für OMV/Iran-Projekt

Bild: APA (Archiv/Fohringer)

Das Gasprojekt der OMV im Iran findet die Unterstützung von Österreichs Regierungsspitze. Kanzler Gusenbauer sagte am Mittwoch im Parlament, der Weg der OMV sei "alternativlos", wenn man nicht abhängig von einem Lieferanten sein wolle. Das sieht auch ÖVP-Klubobmann Schüssel so: "Wir müssen jetzt langfristig für die nächsten zehn bis 20 Jahre zur Energiesicherheit für unsere Bevölkerung beitragen."

Schließlich gab es auch noch Unterstützung seitens des BZÖ zu hören: "Ich gehe völlig konform mit ihnen, dass die OMV-Iran-Geschichte völlig richtig ist", erklärte Bündnischef Westenthaler. Die OMV hatte zuletzt eine Absichtserklärung mit der National Iranian Oil Company (NIOC) unterzeichnet. Der geplante Deal soll ein Geschäftsvolumen bis zu 30 Mrd. Dollar (22 Mrd. Euro) über die nächsten 25 Jahre ausmachen.

Wien wird indessen offenbar zur Drehscheibe für das umstrittene iranische Atomprogramm. Am Mittwoch gab der Iran per Inserat in der "Financial Times" die Ausschreibung für zwei weitere Atommeiler in Bushehr bekannt. Mitbieten kann, wer 15.000 Euro auf ein Konto bei der Bank Austria Creditanstalt überweist, berichtet die "Presse". In Bushehr bauen russische Ingenieure bereits das erste AKW des Landes.

Die Offerte ist ebenfalls in Wien, konkret bei der iranischen Vertretung der Internationalen Atomenergiebehörde, einzureichen, heißt es in dem betreffendem Inserat. Bei der BA-CA zeigte man sich auf "Presse"-Anfrage einigermaßen überrascht, dass das Konto der diplomatischen Vertretung Teherans für diese Zwecke verwendet werde. Bei der Internationalen Atomenergiebehörde habe man ebenfalls "keinerlei Information", warum der Iran den Atomdeal gerade über Wien abwickelt.

(APA)

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