24.04.2009, 12:58  von Michael J. Mayr

Ehemaliger Roco-Chef torpediert zum zweiten Mal Betrugsprozess

Peter Maegdefrau, von 2002 bis zur Pleite 2005 Eigentümer des Modelleisenbahnen-Bauers Roco, ist wieder nicht zum Betrugsprozess in Salzburg erschienen.

Die Staatsanwaltschaft prüft nun einen Haftbefehl gegen den Deutschen. Dieser sieht das Verfahren als ungerecht an. Zum zweiten Mal hintereinander hat Peter Maegdefrau, Ex-Eigentümer des Salzburger Modellspielwaren-Erzeugers Roco, einen Schöffenprozess wegen Betrugs torpediert. Wie schon Mitte März ist der Deutsche nicht zur Verhandlung am Landesgericht Salzburg aufgetaucht. Maegdefrau wird beschuldigt, kurz vor der Roco-Pleite im Sommer 2005 mindestens 87.500 € für sich abgezweigt zu haben. Er weist die Anklage in einer Beschwerde als "in allen Punkten mutwilliog und vorsätzlich falsch" zurück. Auch einen Anwalt lehnt er ab. Roco, zweitgrößter Modellbahnen-Anbieter weltweit (hinter Märklin), war unter Maegdefraus Führung binnen drei Jahren in Konkurs geschlittert. Hauptgläubigerin Raiffeisen brachte das Unternehmen anschließend wieder auf Schienen, um es 2007 an den bayrischen Baustoff-Unternehmer Franz-Josef Haslberger zu verkaufen. 2005 war Roco mit mit 53 Millionen € minus und 800 Gläubigern Österreichs Pleite des Jahres.

Nach dem neuerlichen Eklat prüft die Staatsanwaltschaft die Beantragung eines EU-Haftbefehls beim nächsten Prozesstermin. Da Maegdefrau in Bayern wohnt, kann er nicht per österreichischem Gerichtsbefehl kurzufristig zwangsvorgeführt werden.

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