16.04.2009, 18:58  von Leo Himmelbauer

Wenzel wird neuer ÖVAG-General, Mendel sein Vize

Bild: WB/Draper

Die Entscheidung war mit Spannung erwartet worden, jetzt ist sie da: Nicht Michael Mendel wird ÖVAG-Chef, sondern Gerald Wenzel.

Der Aufsichtsrat der Volksbank AG (VBAG) hat am Donnerstag Abend einstimmig das neue Führungsteam beschlossen: Gerald Wenzel wird ab 1. Mai 2009 der neue Vorstandsvorsitzende und Generaldirektor. Michael Mendel, er soll der Wunschkandidat des alten Vorstands gewesen sein, wurde vom Aufsichtsrat zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden und Generaldirektor-Stellvertreter ernannt.

Wenzel, der den als neuen Hypo Alpe Adria-Chef designierten Franz Pinkl ablöst, arbeitet bereits seit 1981 in der Volksbank Gruppe und bekleidete unterschiedlichste Führungsfunktionen im Sektor sowie der AG. Zuletzt leitete er die Volksbank Baden-Liesing-Mödling, eine der größten Volksbanken in Österreich.

Bundesweit engagiert sich Wenzel als Vorsitzender des Volksbanken Marketingausschusses und des Volksbanken Victoria Beirates, sowie als Aufsichtsratsmitglied des Volksbanken Versicherungsdienstes und als Beiratsmitglied des Allgemeinen Rechenzentrums.
Darüber hinaus ist er seit 2007 erster Vizepräsident des VBAG Aufsichtsrates und Vorstandsmitglied der Volksbanken Holding reg. Gen.m.b.H.

Im Vorfeld war der Münchner Mendel als Favorit für den Spitzenjob gehandelt worden. Mendel ist seit Jahresanfang im Vorstand der VBAG tätig und bekleidet die Funktion des CRO (Chief Risk Officer).  Seine Bank-Karriere startete er  bei der Bayrischen Vereinsbank in München. Es folgten Top-Positionen wie CRO bei der HVB und der Bank Austria, sowie Aufsichtsratsvorsitzender der Bank Austria.

Mit der Doppelspitze Wenzel/Mendel sei das Spitzeninstitut des Volksbank Sektors bestens für die Zukunft gerüstet, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Der bisherige ÖVAG-Generaldirektor Pinkl  ist nach einem sektorinternen Streit um die Neuausrichtung der nach dem Kommunalkredit-Debakel Verluste schreibenden Bank per Ende April von der Spitze zurück getreten. Er wechselt mit 1. Juni nach Klagenfurt an die Spitze der Kärntner Hypo Group Alpe Adria Bank. Dort folgt er auf den bisherigen Vorstandschef Tilo Berlin, der vor wenigen Wochen ebenfalls nach heftigen Differenzen mit dem Hypo-Mehrheitseigentümer BayernLB per Ende April das Handtuch geworfen hat.

Erst in einer nächsten Sitzung wird es um zwei weitere, für Sommer anstehende, Vakanzen im Vorstand gehen. Da muss ein Nachfolger für den in Pension gehenden Vorstand Manfred Kunert (Geldmarkt/Treasuryexperte) gefunden werden. Und auch Wilfried Stadler scheidet aus, in Richtung Universität, ein Jahr vor Auslaufen seines Vorstandsvertrags in der Bank.

 

 

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

Mehr aus dem Web

Kommentare

0 Kommentare

Verbleibende Zeichen: 1500