08.07.2010, 15:18  von Michael Riedler/Tirol

Plansee-Gruppe kauft in Indien und China zu

Bild: plansee

Der Tiroler Metallkonzern Plansee, Reutte, hat das Krisenjahr 2009 nach Eigenangaben „gut bewältigt“, mit „sanfter“ Reduktion der Belegschaft und einem Investitionsstopp. Jetzt geht Plansee wieder auf weltweite Firmenakquise, vor allem in China und Indien. Übernommen wird u. a. die indische Wolfra-Tech.

Reutte. Um 22 Prozent brach der Umsatz der Plansee-Gruppe im Geschäftsjahr 2009/10 (per Ende Februar) ein, auf 852 Millionen €. Plansee-Chef Michael Schwarzkopf hatLehren aus der Krise gezogen: U. a. sei die globale Präsenz, vor allem in den Emerging Markets wichtig, ebenso die sichere Rohstoffversorgung (Wolfram Molybdän) aus eigenen Quellen. Dementsprechend handelt Plansee jetzt auch offensiv bei Firmenakquisitionen: Der Plansee-Geschäftsbereich Hochleistungswerkstoffe übernimmt die Mehrheit an der indischen Wolfra-Tech Pvt. Das 150-Mitarbeiter-Unternehmen produziert Feindrähte und Verdampferwendeln: „Damit verfügt Plansee Hochleistungswerkstoffe nun über ihren ersten Produktionsstandort im strategisch wichtigen indischen Markt", sagt Schwarzkopf.

Aber auch China steht im Visier des Familienunternehmens: In Shanghai wird ein neues Werk für Autokomponenten in Betrieb genommen. Schwarzkopf kündigt weitere Akquisitionen in Indien und China an. Auch weitere Schritte zur Rohstoff-Sicherung seien in Vorbereitung. Der Firmenbereich PMG Sintermetall soll auch auf globale Beine gestellt werden, möglicherweise über eine Akquisition. Erst im Vorjahr hat sich Plansee im PMG-Bereich vom japanischen Partner Mitsubishi getrennt.

Im laufenden Geschäftsjahr ortet Schwarzkopf wieder Wachstum: „Es geht uns fast zu schnell wieder nach oben". Viele Kunden füllen derzeit ihre Läger wieder auf. Schwarzkopf rechnet daher, dass dieser Impuls bald beendet sein wird und es wieder eine leichte Abschwächung geben wird. Unter dem Strich soll es aber 201/12 deutlich nach oben gehen. Die Investitionen, die Plansee 2009 massiv zurückgefahren hat (von 136 Mio. € auf 39 Millionen), sollen heuer wieder auf über 50 Millionen € angehoben werden.

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